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Fußball

Werder schläft, HSV und Wölfe sind weiter

Zu lässig, zu lustlos, zu einfach: Bremen scheitert im Europa-League-Achtelfinale gegen Valencia an seinen eigenen Fehlern. Hamburg und Wolfsburg stehen dagegen im Viertelfinale. Allerdings machten auch sie es spannend.

Hugo Almeida kugelt sich am Boden (Foto: AP)

Hugo Almeida am Boden

Was war das für ein Europapokalabend? Spannung, Kampf und Tore, Tore, Tore. Den Auftakt machte Werder Bremen, allerdings zunächst wenig hoffnungsvoll: Denn wäre ein Fabrikarbeiter, Büroangestellter oder gar ein Arzt mit einer ähnlichen Arbeitseinstellung ans Werk gegangen wie die Bremer Abwehrspieler in der ersten Halbzeit des Achtelfinal-Rückspiels in der Europa League gegen den FC Valencia, hätte die erste Abmahnung wohl nicht lange auf sich warten lassen. Schlechtes oder gar kein Umschalten nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung brachte die Bremer immer wieder in Bedrängnis.

Jubel David Villa (Foto: AP)

So leicht war es selten: David Villa bejubelt seinen ersten Treffer

Schon nach zwei Minuten gab es die kalte Dusche: Naldos Kopfballabwehr war zu kurz, Frings und Fritz kamen zu langsam zurückgeeilt, Silva spielte Villa frei, Villa traf zum 1:0 für die Spanier. Vor allem den kleinen, wuseligen David Silva bekamen die Bremer nie in den Griff: In Minute 15 war es wieder Silva der auflegte, Mata verwertete zum 2:0. Bremens Trainer Thomas Schaaf reagierte früh und brachte Almeida für Borowski (22.) – ein Wechsel, der sich sofort bezahlt machte. Nach schöner Hereingabe von Pizarro gelang Almeida der Anschlusstreffer (26.). Hoffnung keimte auf, die aber noch vor der Pause einen herben Dämpfer erhielt. Villa hatte im Strafraum viel zu viel Platz und damit keine Mühe das 3:1 für Valencia zu erzielen. Erneut war die Vorlage von Silva gekommen.

Bremen dreht fast noch das Spiel

Torsten Frings trifft per Elfmeter (Foto: AP)

Frings Treffer ließ Hoffnung aufkeimen

Die Bremer kamen schwungvoller aus der Kabine und konnten durch Frings per Foulelfmeter verkürzen (57.). Danach überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst schaffte Marin den 3:3-Ausgleich (62.), nur drei Minuten später schlug auf der anderen Seite Villa erneut zu – 3:4 aus Bremer Sicht, ein Treffer bei dem Villa leicht im Abseits gestanden hatte. Bremen versuchte weiter alles, erarbeitete sich zahlreiche gute Tormöglichkeiten, und schaffte schließlich den 4:4-Ausgleich (84.). Pizarro hatte per Kopf getroffen. Danach gab es nur noch eine Richtung: ab nach vorne! Die Spanier verlegten sich nun darauf, Zeit zu schinden, die der Schiedsrichter zwar nachspielen ließ, doch auch fünf Extraminuten reichten den Bremern nicht für das ersehnte fünfte Tor.

"Wenn du vier Tore zu Hause schießt, dann müsste das eigentlich reichen", meinte ein enttäuschter Torsten Frings nach der Partie. "Daran hapert es, dass wir unsere Chancen nicht nutzen und uns selbst in Schwierigkeiten bringen. Wir haben die Gegentore zu leicht kassiert." Eine treffende Analyse: Es wäre an diesem Abend deutlich mehr drin gewesen für Werder als nur ein 4:4 (1:3): drei hergeschenkte Tore vor, ein Abseitstor nach der Pause bei vier eigenen Treffern. Für das enttäuschende Ausscheiden müssen die Bremer aufgrund der laschen und verschlafenen ersten Halbzeit daher selbst die Verantwortung tragen.

Hamburg triumphiert bei Tor-Festival

Jubel Jerome Boateng (Foto: AP)

Nach Boatengs 1:0 schien die Partie entschieden

Besser als die Bremer machte es der Hamburger SV. Gegen den RSC Anderlecht wahrten die Hamburger ihre letzte Titelchance der Saison und dürfen weiter auf ein Finale im eigenen Stadion hoffen. Zwar ging das Rückspiel beim belgischen Rekordmeister mit 3:4 (1:2) verloren, aber dank des 3:1-Sieges im Hinspiel reichte es für das Viertelfinale. Dabei waren die Hamburger zwischenzeitlich bereits ausgeschieden: Nach der Führung durch Jerome Boateng (42.), drehte Anderlecht das Spiel und ging noch vor der Pause mit 2:1 in Front. Der erst 16-jährige Lukaku und Suarez per Foulelfmeter hatten getroffen.

Jansen sorgte für den Ausgleich (54.) und damit eigentlich für Ruhe, doch wieder kamen die Belgier zurück ins Spiel und gingen durch Biglia (59.) und Boussoufa (66.) sogar mit 4:2 in Führung. Mit diesem Ergebnis wäre der HSV draußen gewesen. Schließlich rettete Mladen Petric (75.). "Wir haben uns unnötigerweise die Butter vom Brot nehmen lassen", sagte der erleichterte Hamburger Vorstandvorsitzende Bernd Hoffmann. "Es ist Wahnsinn", meinte dagegen Marcell Jansen. "Ich bin froh, dass wir nicht ganz eingebrochen sind und uns gewehrt haben. Wir sind froh, dass wir weiter sind."

Wolfsburg braucht die Verlängerung

Spielszene Zweikampf mit Jan Simunek (Foto: AP)

Es war ein harter Kampf gegen Rubin Kasan

Ganz spannend machte es der deutsche Meister: Der VfL Wolfsburg bezwang sein russisches Pendant Rubin Kasan mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und feierte damit nach dem 1:1 im Hinspiel den größten internationalen Erfolg seiner Vereinsgeschichte. Martins (58.) hatte den russischen Führungstreffer von Kasajew (21.) nach der Pause ausgeglichen. Quasi mit dem Schlusspfiff erzielte Dzeko einen regulären Treffer, dem aber die Anerkennung versagt blieb. Der Schiedsrichterassistent entschied fälschlicherweise auf Abseits.

Daher musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen. Und wieder dauerte es bis kurz vor Schluss: In der 119. Minute spielte Martins Gentner frei, der mit einem Direktschuss aus 19 Metern traf. Riesenjubel in Wolfsburg, direkt nach dem Abpfiff war Torschütze Gentner aber schon wieder die Ruhe selbst: "Wir haben insgesamt wenig Chancen zugelassen", meinte er. "Es war ein umkämpftes Spiel, aber der Sieg war verdient. Wir haben immer an uns geglaubt."

Turin überraschend raus

Neben Hamburg, Valencia und Wolfsburg erreichten auch Benfica Lissabon, Standard Lüttich, Athletico Madrid, der FC Liverpool und der FC Fulham das Viertelfinale. Lissabon setzte sich mit 2:1 (0:0) bei Olympique Marseille durch. Das Hinspiel in Lissabon endete 1:1(0:0). Lüttich, das schon das Hinspiel in Griechenland mit 3:1 (2:0) gewonnen hatte besiegte Panathinaikos Athen mit 1:0 (1:0). Athletico Madrid genügte ein 2:2 (2:2) bei Sporting Lissabon (Hinspiel 0:0).

Liverpool machte die 0:1-Hinspielniederlage wett, die man beim OSC Lille erlitten hatte. Das Rückspiel entschieden die "Reds" mit 3:0 (1:0) klar für sich. Die größte Überraschung schaffte der FC Fulham. Die Londoner drehten eine 1:3-Hinspielniederlage gegen Juventus Turin noch. Mit 4:1 (2:1) gewannen sie das Spiel und dürfen sich nun über den Einzug in die Runde der letzten Acht freuen.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Calle Kops

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