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Fußball

Werder gegen HSV - die Zweite

Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen stehen sich Bremen und Hamburg in einem Halbfinale gegenüber, diesmal im UEFA-Cup. Im DFB-Pokal gewannen vergangene Woche die Bremer. Das soll dem HSV nicht noch einmal passieren.

Enttäuschte Hamburger Spieler

Gibt es die nächste Enttäuschung für den Hamburger SV?

Einen Trost für den Hamburger SV gibt es schon vor dem ersten Duell gegen Werder Bremen im UEFA-Cup-Halbfinale: Ein Elfmeterschießen kann es in diesem Hinspiel noch nicht geben. So besteht auch nicht die Gefahr, dass Bremens Torwart Tim Wiese, der im DFB-Pokal drei Elfmeter hielt, erneut zum Bremer Held und damit zum Spielverderber für die Hamburger wird.

Wie sehr die Hamburger die Niederlage im ersten von insgesamt vier Duellen innerhalb von nur 19 Tagen wurmt, hört man zwischen den Zeilen deutlich heraus, auch wenn die Spieler sich nach außen selbstbewusst geben. Torwart Frank Rost zum Beispiel möchte von einem psychologischen Nachteil nichts wissen: "Warum sollen wir einen Knacks haben", fragt er provokativ. "Haben wir mit 6:0 auf die Nuss gekriegt? Ich denke nicht." In das gleiche Horn stößt auch HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen: "Wir wollen natürlich zum UEFA-Cup-Finale nach Istanbul fahren", sagt er. "Das DFB-Pokal-Halbfinale haben wir verloren. Jetzt sind wir extra motiviert, es nach Istanbul zu schaffen."

Bremer Gelassenheit

Thomas Schaaf

Thomas Schaaf feiert auf der Bank Geburtstag

Ganz ruhig geht Bremens Trainer Thomas Schaaf das erste Halbfinale an. "Den Vorteil haben wir. Wir sind im Pokalfinale", sagt er. "Aber ich glaube, dass Hamburg sich sehr stark dagegen stemmen wird, noch mal so etwas zu erleben. Zwei solche Möglichkeiten herzugeben, das tut weh." Eine zusätzliche Motivation für die Bremer könnte Schaafs 48. Geburtstag am Donnerstag sein. Seine Spieler würden ihm mit einem Sieg im Hinspiel sicher das schönste Geschenk machen.

Ein Nachteil für Bremen ist dagegen ihre Kartenbilanz: Sechs Akteure in grün-weiß sind vorbelastet und würden bei einer weiteren gelben Karte im Rückspiel fehlen. Doch auch das nimmt der Trainer gelassen: "Unser erstes Ziel ist nicht, Foul zu spielen, sondern Fußball zu spielen." Zudem sorgen erneute Spekulationen um ein Transferangebot von Juventus Turin für Bremens Spielmacher Diego für leichte Unruhe an der Weser. Diego selbst verspricht aber 200-prozentige Konzentration auf das Spiel gegen Hamburg. Um Vertragsangelegenheiten und einen möglichen Vereinswechsel wolle er sich erst nach der Saison kümmern.

Ohne Petric und Jansen

HSV-Coach Martin Jol

Hat nichts zu verschenken: HSV-Coach Martin Jol

Völlig unbeeindruckt vom Geburtstag seines Gegenübers zeigt sich Hamburgs Trainer Martin Jol. Trotzdem macht er sich bereits über ein passendes Geschenk Gedanken: "Das wird sicher nichts Teures", so Jol. "Eine Flasche Wein vielleicht. Wir möchten ihm jedenfalls nicht das Finale in Istanbul schenken." Jol muss sein Team umstellen: Torjäger Mladen Petric und Nationalspieler Marcell Jansen sind verletzt. Allerdings kann er wieder auf seinen Kapitän David Jarolim zurückgreifen, der im ersten Derby im DFB-Pokal nach einem groben Foul gegen Mesut Özil die Rote Karte sah, aber nur für zwei nationale Cupspiele gesperrt wurde.

Verlassen kann sich Jol auf den angestachelten Ehrgeiz seiner Truppe: "Wir haben Frust im Bauch und deshalb glaube ich, dass wir mit der nötigen Aggressivität eine gute Ausgangsposition schaffen können für das Rückspiel", sagt Außenverteidiger Dennis Aogo. Sein Kollege Colin Benjamin steigert das sogar noch: "Wir wollen nicht geschlagen werden und wir werden auch nicht geschlagen", sagt er. "Ich glaube diesmal machen wir das. Wir machen das!" Ob es so kommt? Am späten Donnerstagabend wird ein wenig mehr Klarheit herrschen.

Im zweiten Halbfinale kommt es zwischen Schachtjor Donezk und Dynamo Kiew zu einem rein ukrainischen Duell. Die Rückspiele finden am Donnerstag der nächsten Woche (07.05.2009) statt. Das Finale steigt am 20. Mai in Istanbul.



Autor: Andreas Ziemons

Redaktion: Jens Krepela

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