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Ostmitteleuropa

Werden ausländische Konzerne polnische Fernseh- und Radiosender aufkaufen?

Warschau, 9.9.2004, TRYBUNA, poln.

Der polnische Medienmarkt kann bald das Schicksaal der lokalen Zeitungen teilen, die von ausländischen Pressekonzernen aufgekauft wurden. Dies wird durch die Tatsache erleichtert, dass bei uns Gesetze fehlen, die die Konzentration von Medien einschränken oder verbieten.

Der Nationale Hörfunk und Fernsehrat (KRRiT) muss bald über das Schicksaal des (privaten und populärsten) Fernsehsenders TVN entscheiden. Alles deutet darauf hin, dass die Eigentümer dieses Senders die Zustimmung erhalten, 49 Prozent der Aktien an der Börse zu verkaufen. Auf diese Weise wird es möglich sein, dass die Aktien des zweitgrößten Privatfernsehsenders in Polen von einem ausländischen Investor erworben werden, der nicht aus der Europäischen Union stammt.

Somit gehen auch die pessimistischsten Prognosen in Erfüllung, die vor zwei Jahren während der Diskussion über eine entsprechende Gesetzgebung gemacht wurden. Die privaten Anbieter, die sich damals gegen solche Gesetze ausgesprochen haben, versicherten gleichzeitig, dass sie ihre Sender auf keinen Fall an ausländische Konzerne verkaufen wollen, sondern, dass sie lediglich ihre eigene Position auf dem polnischen Markt stärken wollen.

In den letzten Wochen wurde jedoch der Radiosender "Radio Z" von einem französischen Investor übernommen. Ein ähnliches Schicksaal wird auch der Fernsehsender TVN teilen, aber die Rolle der Franzosen wird diesmal von Holländern übernommen, die mit einer nicht in der EU ansässigen Gesellschaft zusammenarbeiten. (...)

Die meisten Einwände erweckt jedoch die Absicht, eine Genehmigung für den Verkauf der 49 Prozent der Aktien des Fernsehsenders TVN "in blanco" zu erteilen. Danuta Waniek, die Vorsitzende des Nationalen Hörfunk- und Fernsehrates, ist der Ansicht, dass die Kontrolle über das Schicksaal des Senders TVN trotzdem erhalten bleibe. Der Vorsitzende des Senders TVN, Piotr Walter, versicherte ihr nämlich, dass sie über jeden Investor informiert wird, der zumindest fünf Prozent der Aktien kaufen will. (...)

Die Änderungen der Eigentumsverhältnisse in den polnischen Medienkonzernen rufen in letzter Zeit immer mehr Kontroversen hervor. (...)

"Das ist nicht gut, dass bei uns Gesetze fehlen, die die Konzentration auf dem Medienmarkt einschränken oder verbieten. Aber es ist so. Diese Tatsache kann jedoch mit schmerzhaften Konsequenzen enden", sagt Danuta Waniek. Ihrer Meinung nach kann der Nationale Hörfunk- und Fernsehrat nicht viel unternehmen, wenn die Aktien des Senders TVN z. B. von dem amerikanischen Konzern Murdoch übernommen werden. (...) (sta)

  • Datum 09.09.2004
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