1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Digitales Leben

Werbespots, die im Netz der Renner sind

Werbung im Internet ist alles andere als langweilig. Das beweist auch der neueste Klickerfolg, ein Katzenvideo, das für den Discounter Netto wirbt. Hier sind weitere berühmte - kuriose - Werbevideos der letzten Jahre.

Katzen gehen immer durch die Decke im Netz. Das muss sich auch die Werbeagentur Jung von Matt gedacht haben, als sie für den Discounter Netto ein Werbevideo entwickelt hat, das zum Klickhit geworden ist. Mehr als 1,5 Millionen Mal wurde es seit der Veröffentlichung am 08. Juni 2016 angeschaut. Was ist zu sehen? Miezekatzen gehen einkaufen, es läuft Musik, sie klettern in die Regale, schmeißen alles um und sehen süß aus.

Immer wieder landeten in den letzten Jahren Supermarktketten im Netz virale Aufmerksamkeit. Zuletzt war es Edeka, die mit einem rührseligen Weihnachtsvideo geworben haben. In der Weihnachtszeit ist fast jeder in Feststimmung. Man verbringt die Zeit im Kreise der Familie und der Liebsten. Dieses Thema hatte sich die deutsche Supermarktkette Edeka gekonnt zunutze gemacht. 2015 ging der Werbespot mit dem Titel "Heimkommen" online – und wurde rund 20 Millionen Mal angeklickt. Die Meinungen zum herzzerreißenden Weihnachts-Spot der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt waren gespalten. Die einen sind zu Tränen gerührt, die anderen finden es wiederum "makaber." Zurecht? "Was hat das mit Edeka zu tun?", fragt sich Ute Burbach-Tasso von der Diakonie Deutschland – mag das Thema aber trotzdem. Sie ist damit nicht alleine: Die ganze Welt redet über "#heimkommen".

Das ist Edeka schon einmal mit ihrer Reihe von Werbespots mit dem Titel "Supergeil" gelungen. Vor knapp zwei Jahren "sang" der Künstler Friedrich Liechtenstein in Form von Schüttelreimen von der Supermarktkette und ihren Produkten – ohne auch nur einen Markennamen zu nennen. Dennoch hatten die Werbungen Ohrwurmcharakter und gingen viral: 15 Millionen Klicks in 14 Monaten. Doch der Nachfolger "#heimkommen" hat Friedrich Liechtenstein schon längst in die Tasche gesteckt.

Kurze Werbespots sind out

Doch virale Werbungen im Internet gibt es nicht seit gestern. Längst haben Werbetreibende erkannt, dass sich Videoplattformen wie Youtube wunderbar für längere, aufwendig produzierte Werbespots eignen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Während bei Werbepausen im Fernsehen gerne weggeschaltet wird, sehen sich Nutzer die Spots auf Youtube gezielt an. Werbespots, die eher Kurzfilmen ähneln, sorgen dafür, dass die jeweilige Firma oder Konzern ordentlich Aufmerksamkeit bekommt. Hier sind einige der beliebtesten Werbespots der letzten Jahre.

Kurioses kommt gut an

Der südkoreanische Elektronik-Konzern LG warb im Oktober 2010 mit einer einfallsreichen Kampagne für neue Monitore. Zwei Spaßvögel tauschen den Boden eines Aufzugs durch Bildschirme aus und erschrecken Passanten mit einer Animation. "So echt, es ist gruselig". Gruselig ist wohl anders – doch immerhin bringen die Statisten es glaubwürdig rüber. Bis heute wurde das Video fast 25 Millionen Mal angesehen und sogar von LG wiederaufgelegt – jedoch weniger erfolgreich.

Zur Weihnachtszeit 2013 hatte sich die kanadische Billigfluggesellschaft WestJet Airlines etwas ganz Besonderes überlegt. In einem aufwendig produzierten Clip befragt ein digitaler Santa Claus Reisende nach ihrem Weihnachtswunsch, egal ob jung oder alt. Natürlich erst nach dem sie ihre WestJet-Bordkarte eingelesen haben. Von Socken und Unterwäsche bis zum einem großen Flachbildfernseher sind alle Wünsche dabei.

Überengagierte Mitarbeiter von WestJet stürmen sofort die kanadischen Einkaufsläden in der Nähe des Zielflughafens und haken einen Wunsch nach dem anderen ab. Danach wird alles schön verpackt – natürlich in den Farben der Billigfluggesellschaft. Währenddessen gleiten die glücklichen Teilnehmer durch die Lüfte und bekommen von all dem gar nichts mit. Erst als sie ihr Gepäck abholen wollen, kommen statt der Koffer ihre persönlichen Geschenke vom Band, ein blau-weiß gekleideter Santa umarmt die vor Freude weinenden Glückspilze. Wirklich jedes Geschenk ist dabei, natürlich auch der Flachbildfernseher. Doch diese Aktion bescherte dem Youtube-Kanal der Fluggesellschaft rund 48 Millionen Aufrufe.

Werbung paktiert mit Übersinnlichem

Die Produktionsfirma hinter dem US-amerikanischen Horrorfilm "Carrie" (2013) hat sich Übernatürliches ausgedacht. Und das wurde mit fast 65 Millionen Klicks belohnt. Ihre "Telekinetische Überraschung" findet in einem New Yorker Café statt. "Nichts-ahnenende" Kunden trinken gemütlichen ihren Café, plötzlich verschüttet ein junger Mann versehentlich den Kaffee einer jungen Frau über ihren Laptop. Sie ist verständlicherweise gar nicht begeistert, doch ihre Reaktion ist alles andere als normal: Dank ihrer (natürlich echten) telekinetischen Fähigkeiten schleudert sie den jungen Mann, der eigentlich Stuntman ist, gegen eine neu aufgezogene Wand, verschiebt Tische und Stühle, ohne sie auch nur anzurühren, und lässt Bilder von der Wand und Bücher aus dem Regal fallen. Die verschreckten Gesichter der Besucher sollen sich dann in den Kinosälen wiederfinden, wenn "Carrie" gezeigt wird.

Der Gewinner bleibt auf dem Platz – das gilt auch für Videos

Eine ganze Reihe dieser Videos befinden sich auf dem Youtube-Kanal "Nike Football". Mit weltberühmten Fußballspielern wie Cristiano Ronaldo oder Neymar wirbt die Marke für ihre Sportartikel. In "Winner Stays" spielen britische Jugendliche gegeneinander Fußball und stellen sich selbst als ihre Helden vor. Natürlich wird das Ganze dann auch wahr. Rund 119 Millionen Klicks hat das Video vom April 2014, mit Gastauftritten von Basketballstar Kobe Bryant und sogar der Comicfigur Hulk.

Während manche Videos zwar älter sind, aber dafür Millionen von Klicks haben, können andere Werbeclips nur langsam hohe Klickzahlen aufbauen, manchmal sogar gar nicht. "Das Werbekonzept, dass immer funktioniert, gibt es nicht", sagt Mark Zuckow vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. Geschätzt wird, dass auf jedes virale Werbevideo zehn weitere kommen, die gar nicht abheben. Doch in seltenen Fällen schafft es ein Clip wie "Heimkommen" in nur vier Tagen auf mehr als 20 Millionen Klicks.

Die Redaktion empfiehlt