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Wirtschaft

Werbepräsente zur Weihnacht

Deutsche Unternehmen lassen sich die Aufmerksamkeiten zur Weihnachtszeit vier Milliarden Euro kosten. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft - offenbar mit Erfolg.

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Die Deutschen freuen sich auch Weihnachten über Werbegeschenke

Mal liegt nach der Inspektion in der Autowerkstatt ein Christstollen auf dem Beifahrersitz, mal ein Schraubenzieherset. Die Palette weihnachtlicher Werbegaben reicht von A wie Aschenbecher bis Z wie Zigarrenabschneider. Ungebrochen großer Beliebtheit bei den Beschenkten erfreuen sich noch immer Kugelschreiber und Kalender jeder Art. Rund 350 spezialisierte Betriebe in ganz Deutschland produzieren zu diesem Zweck nicht weniger als 260 Millionen Kalender im Gesamtwert von über 310 Millionen Euro.

Kundenbindung mit Kugelschreibern

Annähernd 70 Prozent der Deutschen, so fanden Marketing-Experten der Uni Bochum heraus, erwarten förmlich von dem Unternehmen, dem sie die Treue gehalten haben, einen Kalender als Geschenk. Mittlerweile setzt in Deutschland jedes zweite Unternehmen auf solche Werbeartikel, um die Kunden bei der Stange zu halten. Unter dem Strich beläuft sich der Wert solcher Aufmerksamkeiten auf rund vier Milliarden Euro. Damit fließen gut zehn Prozent der Mittel, die die Wirtschaft in die Werbung steckt, in den Werbeartikel-Markt. Peter Hammann, Marketingexperte an der Ruhr-Uni Bochum, skizziert, worüber sich die Beschenkten freuen sollen. "Es konzentriert sich auf klassische Zugabeartikel wie Kugelschreiber und Kalender." Es könne aber auch sein, dass mal etwas Höherwertiges geschenkt werde, sagt Hammann. "Dann sind es meist Konsumgüter, die für den Verzehr geeignet sind."

Hitliste der begehrtesten Präsente

Gerade einmal knappe elf Prozent der Bundesbürger halten solche Präsente für entbehrlich. In der Hitliste der beliebtesten Weihnachtswerbegaben, die circa 50.000 Mitarbeiter in 4000 Unternehmen fertigen, rangieren auf den ersten fünf Plätzen Schreibgeräte, Lederwaren, Büroutensilien, Lebens- und Genussmittel sowie die obligatorischen Kalender. Dabei spielt der materielle Wert dieser Artikel bei den Beschenkten, stellte Peter Hammann fest, keineswegs die ausschlaggebende Rolle.

Sorgfältige Planung

Frau balanciert Geschenke heim.

Für kleine Geschenke ist immer noch Platz

Was zählt, das ist die Akzeptanz, die Bindung an das werbende Unternehmen schafft. "Ich habe den Eindruck, dass die Planung der Vergabe von Werbeartikeln mit der gleichen Sorgfalt zu geschehen hat wie sonst bei Verkaufsförderungsmaßnahmen, bestimmten Incentives oder auch wie die Werbung generell", sagt Hammann.

Übrigens, wissenschaftlich belegt: 72 Prozent aller Werbepräsente gibt es nun einmal nur zur Weihnachtszeit. Vom Kugelschreiber bis hin zu einem sehr ungewöhnlichen Fünf-Liter-Multifunktionstopf. Dieser Bottich kocht nicht nur Spaghettis, er taugt obendrein noch als dekorativer Sektkühler.

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