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Wirtschaft

Werbeboom im Internet

Während sich die anderen Medien noch von der Werbekrise erholen, ist im Google-Zeitalter im Internet alles möglich. Der Werbemarkt wächst mit Lichtgeschwindigkeit.

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Mit Werbung auf Erfolgskurs - Suchanbieter wie Google

Es war einmal ... so könnte die Geschichte des effektivsten Werbeplatzes beginnen: des Werbeblocks zur besten Sendezeit - Prime Time im Fernsehen. Schon bald könnte er Geschichte sein. Denn seit kurzem gibt es einen Konkurrenten: die Online-Werbung. Niemals hätten selbst Experten damit gerechnet. Doch vor allem der Suchmaschinenbetreiber Google aus dem sonnigen Kalifornien hat alle eines besseren belehrt. Das Unternehmen hat seinen Gewinn im ersten Quartal 2005 nahezu versechsfacht. Der Nettogewinn ist von 64 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 369 Millionen gestiegen. Auch der Umsatz kann sich sehen lassen: fast verdoppelt von 0,65 Milliarden US-Dollar auf 1,26 Milliarden.

Erwartungen weit übertroffen

Das Geld verdient Google mit Werbung - der Suchwort-Vermarktung. Google versteigert die besten Plätze auf seiner Seite an Unternehmen - zum Beispiel an ein Versandhaus. Sucht man nun nach Informationen über Handys, taucht auch das Versandhaus auf der ersten Trefferseite auf. Solche Links werden als "Sponsored Listings" bezeichnet. Jeder Klick auf den Link lässt die Kasse bei Google klingeln. Und auch der Konkurrent Yahoo verdient damit nicht schlecht. Nach Angaben des US-Werbefachmagazins Advertising Age sollen die beiden Internetgiganten sogar die Prime-Time-Werbeeinnahmen der drei großen amerikanischen TV-Gesellschaften ABC, CBS und NBC noch in diesem Jahr übertreffen.

Der gesamte Internet-Werbemarkt in den USA wächst wie das Interactive Advertising Bureau (IAB) in seinem Bericht bekannt gab. Während 2003 noch Umsätze von rund 7,3 Milliarden US-Dollar erzielt wurden, waren es 2004 9,6 Milliarden. Knapp 33 Prozent mehr. Zwar ist die Internet-Werbung mit 3,7 Prozent nur ein kleines Stück vom gesamten US-Werbemarkt-Kuchen. Doch schon größer als beispielsweise die Werbung in Wirtschaftsmagazinen mit 7,5 Milliarden US-Dollar. Tendenz steigend.

Zukunftsmarkt: Deutschland

Die Online-Werbung wächst jedoch nicht nur auf dem größten Werbemarkt der Welt, sondern auch im guten alten Europa - wenn auch nicht so schnell. Für Deutschland gab die Nielsen Media Research GmbH ein Wachstum von 17,1 Prozent im 1. Quartal 2005 gegenüber dem Vorjahresquartal bekannt. Hinsichtlich der Wachstumsraten liegen die Online-Werbeformen schon längst vor den klassischen Medien. Die Online-Medien seien der einzige Werbeträger, der seit 2001 jedes Jahr das Vorjahresergebnis toppen konnte laut Christian Muche, dem Vorsitzenden des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Und so verwundert es nicht, dass Deutschland auch für das amerikanische Unternehmen Google ein lukrativer Markt ist. Immerhin erwirtschaftete Google im vierten Quartal 2004 rund 35 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Neben Großbritannien ist Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt. Und hier will Google auch seine Stellung ausbauen - mit der lokalen Suche "Google local". Google-Deutschlandchef Holger Meyer erwarte für 2005 ein Umsatzplus von gut 30 Prozent wie er dem "Handelsblatt" (24.03.05) sagte. Bei der lokalen Suche können die Internet-Surfer auch ihren Standort in ein Suchfeld eintragen. In der Ergebnisliste erscheinen dann speziell auf den Standort zugeschnittene Einträge: Firmen aus der Umgebung mit Adresse und Telefonnummer.

Auch die Konkurrenz hat den lokalen Markt erkannt und sogar schon die Suchnase vorn. Yahoo kooperiert seit Februar 2005 mit dem Telefonverzeichnis "Das Örtliche". Und auch MSN, die Online-Tochter von Microsoft, arbeitet an der lokalen Suche.

Neues aus der google'schen Ideenfabrik

Im Hauptgeschäft gibt jedoch Google den Ton an. Das Wirtschaftsmagazin "The Economist" meldete, dass der neue Google-Service AdSense das Internet als Werbemedium noch effektiver machen könnte. AdSense setzt wie eine Werbeagentur gesponserte Links auf Webseiten. Der Gewinn wird geteilt: Pro Klick bekommt dann nicht nur Google Geld, sondern auch der Besitzer der Webseite. Und ein großer Vorteil für die werbenden Unternehmen: sie wählen die Webseiten aus, auf denen ihre Werbung platziert werden soll. Bislang übernahm das eine Google-Software. Die Plätze auf den Webseiten sollen auch nicht einfach verkauft werden. Unternehmen sollen sie ersteigern.

Und auch etwas bunter und vor allem animiert sollen die Anzeigen bei Google werden. Sollten diese Ideen erfolgreich sein, werden auch schnell die anderen Anbieter nachziehen. Optimistisch sind alle. Yahoo-Chef Terry Semel geht davon aus, dass der Andrang noch größer werde. Denn viele große Unternehmen geben bislang nur etwa zwei bis vier Prozent ihres Werbeetats im Internet aus. Je vertrauter sie mit dem Online-Medium werden, desto mehr geben sie auch für Internet-Werbung aus.

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