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Top-Thema – Podcast

Wer will zur Bundeswehr?

Bis 2011 gab es in Deutschland die Wehrpflicht. Seit sie abgeschafft wurde, ist es deutlich schwieriger geworden, Nachwuchs zu finden. Die Bundeswehr muss nun auf andere Weise junge Soldaten rekrutieren.

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Wer will zur Bundeswehr? – das Top-Thema als MP3

„Suchen Sie etwas, um einen kurzen Zeitraum sinnvoll zu überbrücken?“ So wirbt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite für den freiwilligen Wehrdienst, durch den junge Leute den Beruf des Soldaten kennenlernen können. Bis zu 23 Monate kann dieser Dienst dauern. Dafür gibt es Geld, 30 Tage Urlaub im Jahr und kostenlose Zugfahrten nach Hause.

Früher musste die Bundeswehr keine Werbung machen: Bis zum 30. Juni 2011 gab es für junge Männer ab 18 Jahren die Wehrpflicht. Vor allem während des Kalten Krieges galt sie als wichtig. Doch nach dessen Ende verlor der Wehrdienst an Bedeutung. 2010 wurden nur noch knapp 17 Prozent der jungen Männer eines Jahrgangs eingezogen. Die Bundeswehr wurde kleiner.

Am 1. Juli 2011 wurde die Wehrplicht abgeschafft. Kritiker beklagen auch heute noch, dass dies zu schnell ging. Man hatte zu wenig darüber nachgedacht, wie man in Zukunft Soldaten bekommen soll, so die Kritik. Die Bundeswehr muss heute neue Wege finden, um junge Leute zur Armee zu holen. Sie versucht deshalb, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren – mit Karrierecentern, Werbekampagnen und besseren Arbeitsbedingungen.

Für den freiwilligen Wehrdienst gibt es laut Verteidigungsministerium genug Bewerber. Allerdings verlassen viele die Bundeswehr vorzeitig. Das liegt zum Beispiel daran, dass es zu wenig attraktive Dienstposten gibt. In diesem Punkt muss die Bundeswehr besser werden, meint Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.


Glossar

Bundeswehr
(f., nur Singular) – die deutsche → Armee

Wehrpflicht (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jeder Mann (und jede Frau) für eine bestimmte Zeit bei der → Armee arbeiten muss

etwas ab|schaffen – hier: etwas ungültig machen; dafür sorgen, dass eine Regelung nicht mehr existiert

Nachwuchs (m., nur Singular) – hier: diejenigen, die einen Beruf neu erlernen wollen; neue Auszubildende

jemanden rekrutieren – hier: jemanden dazu bringen, Soldat zu werden

Zeitraum, -räume (m.) – die (oft längere) Dauer

etwas überbrücken – hier: sich in der Zeit, in der man auf etwas wartet, mit etwas beschäftigen

werben – hier: Werbung für etwas machen

freiwillig – so, dass jemand nicht zu etwas gezwungen wird, sondern es gerne macht

Wehrdienst, -e (m.) – die Tatsache, dass jemand bei der → Bundeswehr arbeitet

Kalter Krieg (m.) – ein politischer Begriff für die problematische Beziehung zwischen West- und Osteuropa in der Zeit zwischen 1947 bis 1990/1991

an Bedeutung verlieren – weniger wichtig werden

jemanden ein|ziehen – jemandem anordnen, seinen → Wehrdienst zu leisten

Armee, -n (f.) – die Soldaten eines Landes

sich als etwas präsentieren – sich bewusst als etwas in der Öffentlichkeit zeigen

attraktiv – hier: interessant; so, dass etwas anderen gut gefällt

Karrierecenter, - (n.) – eine Einrichtung, die neue Bewerber für einen Job sucht

Werbekampagne, -n (f.) – eine große Aktion, mit der man Werbung für etwas macht

vorzeitig – bevor etwas zu Ende ist; zu früh

Dienstposten, - (m.) – die Arbeitsstelle


Fragen zum Text

1. Früher musste die Bundeswehr keine Werbung machen, weil …
a) genug junge Leute wegen der Wehrpflicht Wehrdienst leisteten.
b) die Arbeitsbedingungen durch Bezahlung und Urlaub besser waren.
c) auch junge Männer unter 18 Jahren zur Bundeswehr gehen durften.

2. Was steht im Text? Kritiker beklagen, dass …
a) man die Wehrpflicht nicht schon früher abgeschafft hat.
b) man sich nicht genug um Nachwuchs gekümmert hat.
c) sich die Bundeswehr nicht gut genug präsentiert.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Zur Zeit des Kalten Krieges war die Bundeswehr kleiner.
b) Um junge Leute zur Bundeswehr zu holen, hat sie für neue Jobs in Karrierecentern und bei Werbekampagnen gesorgt.
c) Viele junge Leute verlassen den freiwilligen Wehrdienst, bevor sie ihn zu Ende gemacht haben.

4. In welchem Satz steht das Adjektiv „attraktiv“ nicht im Komparativ?
a) Die Bundewehr möchte sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.
b) Die Bundeswehr versucht, die Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen.
c) Viele junge Leute finden es attraktiver, nicht zur Bundeswehr zu gehen.

5. In welchem Satz steht das Adjektiv „sinnvoll“ im Komparativ?
a) ein sinnvoller Dienst
b) ein sinnvollerer Dienst
c) ein sinnvollster Dienst


Arbeitsauftrag
Wie sieht die Situation in eurem Land aus? Müssen junge Menschen zur Armee gehen? Seid ihr dafür, dass es eine solche Pflicht in einem Staat gibt? Oder sollte sich jeder freiwillig entscheiden dürfen? Sammelt Argumente dafür und dagegen.

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