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Politik

Wer warf die Bomben im Süd-Iran?

Teheran macht Großbritannien und die USA für die Bombenanschläge in der Stadt Ahwas verantwortlich. Dabei waren am Dienstag (24.1.) mindestens neun Menschen getötet worden.

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Sollte sie den Präsidenten treffen?

Der Iran hat Großbritannien und die USA für die Bombenanschläge verantwortlich gemacht, bei denen am Dienstag (24.1.) im Südwesten des Landes mindestens neun Menschen getötet wurden. Britische Soldaten im Irak hätten die Attentäter ausgerüstet und gesteuert, sagte der iranische Außenminister Manuscher Mottaki am Mittwoch nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte nach Angaben des staatlichen Fernsehens, es gebe offenkundig Spuren der "Besatzer des Iraks".

Iranischer Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Porträt

Das Ziel? Mahmud Ahmadinedschad

Bei der Explosion zweier Sprengsätze in Ahwas, der Hauptstadt der ölreichen Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak, sind laut Polizeisprechern mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, 46 weitere erlitten Verletzungen. Geheimdienst- und Außenministerium sollen nun im Auftrag Ahmadinedschads untersuchen, ob das Ausland "seine Finger im Spiel' habe. Ursprünglich hatte Ahmadinedschad am Tag des Anschlags einen Besuch in der Hauptstadt der ölreichen Provinz geplant, der kurzfristig wegen schlechten Wetters abgesagt worden war.

Unruheregion

In der Region hatte es im vergangenen Jahr mehrfach gewaltsame Unruhen gegeben. Im April lieferten sich Demonstranten Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften. Vor der iranischen Präsidentschaftswahl im Juni explodierten mehrere Autobomben. Im Oktober starben bei zwei Bombenanschlägen sechs Menschen. Bereits damals hatte Teheran Großbritannien vorgeworfen, Unruhen in Chusestan zu provozieren. Die auf der irakischen Seite der Grenze stationierten, rund 8.500 britischen Soldaten würden arabische Separatisten im Südwesten Irans unterstützen, sagte Außenminister Manuchehr Mottaki im Oktober.

Ein Sprecher des Außenministeriums in London wies die Vorwürfe aus Teheran zurück: "Jede Verbindung zwischen der Regierung Ihrer Majestät und diesen terroristischen Angriffen entbehrt jeglicher Grundlage."

Kompromissbereit im Atomstreit?

Isfahan - Atomanlage

Was wird aus der iranischen Atomanlage Isfahan?

Hinsichtlich seines Atomprogramms sei der Iran nach den Worten von Chefunterhändler Ali Laridschani zu einem Kompromiss bereit: Dieser wollte am Dienstag in Moskau mit dem Chef des russischen Sicherheitsrats, Igor Iwanow, zu Gesprächen über den Atomstreit zusammentreffen. Moskau hat als Kompromisslösung angeboten, die Urananreicherung für den Iran zu übernehmen.

Der stellvertretende US-Außenminister Robert Zoellick beriet unterdessen mit chinesischen Politikern über das weitere Vorgehen gegen den Iran. Das chinesische Außenministerium betonte erneut, die Angelegenheit müsse auf diplomatischem Weg gelöst werden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat für den 2. Februar eine Sondersetzung zum iranischen Atomprogramm angesetzt. (ina)