1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Wer wackelt zuerst?

Vor dem drittletzten Bundesliga-Spieltag am Dienstag und Mittwoch ist es spannend wie selten zuvor. Die vier Spitzenteams sind nur durch zwei Punkte getrennt. Und auch im Tabellenkeller geht es sehr eng zu.

Zweikampf zwischen dem Stuttgarter Timo Gebhart und dem Wolfsburger Edin Dzeko. Foto: dpa

Stuttgarts Gebhart (li.) und Wolfsburgs Dzeko (re.) dürfen noch vom Titel träumen

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp beklatscht einen Treffer seines Teams. Foto: ap

Dortmunds Trainer Klopp freut seit sieben Spieltagen in Serie

Einen Ausrutscher kann sich keiner der Titelkandidaten leisten. Selbst ein Unentschieden könnte bereits eine Vorentscheidung im Rennen um die deutsche Meisterschaft bedeuten. Trotz der bitteren 1:4-Niederlage am Samstag beim VfB Stuttgart hat Tabellenführer VfL Wolfsburg noch gute Karten, erstmals in der Clubgeschichte die Meisterschale zu gewinnen. "Dafür spricht das Restprogramm. Schließlich haben wir noch zwei Heimspiele", sagt Trainer Felix Magath. Bisher war Wolfsburg die heimstärkste Mannschaft der Bundesliga und ist auf eigenem Rasen noch ungeschlagen. 14 Siege und ein Unentschieden stehen zu Buche. Doch an diesem Dienstag läuft die Mannschaft der Stunde in Wolfsburg auf: der Tabellen-Fünfte Borussia Dortmund. Die letzten sieben Spiele haben die Schwarzgelben in Serie gewonnen, Vereinsrekord. Man schreibe selten Geschichte, wenn man es sich vornehme, meint Trainer Jürgen Klopp. "Wenn es passiert, dann passiert es eben. Ich befürchte ohnehin, dass wir den historischsten aller Rekorde aufstellen müssen, um da überhaupt oben hereinzurutschen. Wenn es denn sein muss…!" Den Dortmundern ist durchaus zuzutrauen, dass sie den Wolfsburger in die Meistersuppe spucken.

Heynckes Lederhose passt noch

Trainer Jupp Heynckes gibt den Bayern-Spielern Luca Toni und Franck Ribery Anweisungen. Foto: ap

Bayern-Coach Heynckes mit den Stars Ribery und Toni

Das würde natürlich zunächst einmal den Münchner Bayern in die Karten spielen, die nach Punkten zu den Wolfsburgern aufgeschlossen haben und auch in der Tordifferenz nur noch um zwei Treffer schlechter dastehen als der Tabellenführer. Die Lederhose für die Meisterfeier hängt nach den Worten von Trainer Jupp Heynckes, der 1989 und 90 mit den Bayern den Titel holte, noch in seinem Kleiderschrank. "Die passt bestimmt noch. Ich bin heute schlanker als damals." Heynckes hofft im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf den dritten Sieg in Folge unter seiner Führung. Für einen Erfolg der Münchner am Dienstag spricht auch die schlechte Bilanz der Leverkusener. Seit fast 20 Jahren wartet Bayer auf einen Sieg bei den Bayern.

Stuttgarter Überholverbot

Stuttgarts Stürmer Mario Gomez bejubelt ein Tor. Foto: dpa

VfB-Stürmer Gomez führt mit Wolfsburgs Grafite die Torjägerliste an

78 Jahre liegt der letzte Meistertitel der Berliner Hertha zurück. So nahe wie jetzt war der Hauptstadtclub dem großen Coup selten. Nur ein Punkt trennt ihn vom Führungsduo aus Wolfsburg und München. "Alles ist möglich, nach oben, aber auch nach unten", stapelt Trainer Lucien Favre tief. Doch die Berliner sind im Auswärtsspiel beim ersatzgeschwächten 1. FC Köln, für den es dazu in dieser Saison um kaum noch etwas geht, klar in der Favoritenrolle. Vor einer deutlich schwereren Aufgabe steht der Tabellen-Vierte, der VfB Stuttgart, der am Mittwoch beim FC Schalke 04 antritt. Zwei Punkte liegen die Stuttgarter hinter Tabellenführer Wolfsburg. Auch das ist noch eine gute Ausgangsposition im Titelrennen. Doch das Wort Meisterschaft nimmt Trainer Markus Babbel nicht in den Mund. "Wenn es so wäre, um so schöner. Wir wollen die drei letzten Spiele gewinnen. Dann würde uns keiner mehr überholen. Was am Ende dabei herauskommt, muss sich zeigen."

Zittern statt wetten

Der Cottbuser Torwart Tremmel sieht dem Ball hinterher, der ins Tor fliegt. Foto: ap

Wer dem Ball hinterherschaut, wie hier der Cottbuser Torwart Tremmel, verliert meist

Nicht nur der Kampf um den Titel ist spannend wie selten, auch im Tabellenkeller spricht vieles für ein Herzschlagfinale. Fünf Vereine kommen als Absteiger ernsthaft in Frage. Eine Vorentscheidung könnte am Mittwoch im direkten Duell der akut bedrohten Clubs FC Energie Cottbus und Borussia Mönchengladbach fallen. "'Wir müssen auf Sieg spielen, ganz klar", sagt der Cottbuser Trainer Bojan Prasnikar. Und sein Gladbacher Kollege Hans Meyer ergänzt: "Das ist eine Situation, in der man bei der beschissenen Weltwirtschaftslage kein Geld verwetten würde, wer absteigt." Die schlechtesten Chancen auf den Klassenerhalt hat der Tabellenletzte Karlsruher SC, der am Dienstag gegen Hannover 96 spielt. Doch auch Arminia Bielefeld und der VfL Bochum zittern. Beide Clubs spielen am Mittwoch: Bielefeld gegen 1899 Hoffenheim, Bochum beim Hamburger SV.

Um wenig geht es, ebenfalls am Mittwoch, im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen. Die Frankfurter dürften bei sechs Punkten Vorsprung auf den derzeitigen Tabellen-16., Arminia Bielefeld, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Bremen ist als Tabellen-Zehnter jenseits von Gut und Böse und wird sich wohl eher auf das Finale im Uefa-Cup gegen Schachtjor Donezk am 20. Mai in Istanbul und das DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen am 30. Mai in Berlin konzentrieren.

Autor: Stefan Nestler

Redaktion: Arnulf Boettcher

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema