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US-Wahl 2016

Wer wählt wen? Die wichtigsten Wählergruppen

Die US-Gesellschaft ist in viele ethnische, religiöse und demografische Gruppierungen mit unterschiedlichen politischen Ansichten aufgesplittet. Welche Wählergruppe unterstützt welchen Kandidaten? Ein Überblick.

Frauen

Seit Beginn des Wahlkampfes sind Frauen als Wählergruppe ein großes Problem für Donald Trump. In Umfragen liegt der Republikaner bei den Wählerinnen deutlich zurück. Das hat er sich selbst zuzuschreiben: Er beleidigte Frauen in Interviews und per Twitter, bezeichnete sie als fett und hässlich oder machte Sprüche über die Monatsblutung einer Journalistin. Ein Video, in dem er darüber spricht wie er Frauen begrapscht, tat sein Übriges. Selbst für viele treue republikanische Währerinnen ist Trump dadurch unwählbar geworden. Hinzu kommt: Frauenpolitische Themen kamen in Trumps Kampagne nicht vor. Ganz anders bei Hillary Clinton: Bei ihr standen während des Wahlkampfs Themen wie Lohngerechtigkeit, Abtreibung oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf der Agenda. Bei den Männern kann die Demokratin allerdings weniger Punkten. Hier liegt Trump in Umfragen vorn.

USA Wahlkampf Demokraten Hillary Clinton - Frauen Anhängerschaft (Reuters/L. Nicholson)

Bei Wählerinnen liegt Hillary Clinton laut Umfragen weit vorn

Weiße Unterschicht

Gering gebildete weiße Männer – das ist die Wählerbasis von Donald Trump. Die Gruppe ist besonders vom Jobabbau im Industriesektor betroffen. Daher hat Trumps Slogan "Make America Great Again" für sie eine besondere Bedeutung. Trumps Versprechen, Jobs aus China in die USA zurückzuholen kommen hier genauso gut an wie seine Appelle gegen Freihandel und Einwanderung. Trump gilt bei seinem Kernklientel als Anti-Politiker, der sagt was er denkt und sich um Political Correctness nicht schert. Hillary Clinton hat bei dieser Wählergruppe einen schweren Stand. Sie steht für das verhasste Establishment aus Washington.

Afroamerikaner

Die Afroamerikaner wählen traditionell mehrheitlich die Demokraten. Und auch Hillary Clinton kann wohl in diesem Jahr auf ihre Unterstützung zählen. Fraglich ist, inwieweit Clinton die afroamerikanische Wählergruppe dazu bewegen kann, überhaupt wählen zu gehen. 2012 gingen stolze 66 Prozent zur Wahl, 95 Prozent stimmten für den ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama. Solche Spitzenwerte dürfte Clinton nicht erreichen. Donald Trump hat wegen seiner rassistischen Äußerungen bei schwarzen Wählern einen extrem schlechten Stand. Laut einer NBC-Umfrage im Juli bekommt er nur Zustimmung von sechs Prozent der schwarzen Wähler. In einer Umfrage im Swing State Ohio sprachen sich 100 Prozent der schwarzen Befragten für Hillary Clinton aus.

USA Wahlkampf Republikaner Donald Trump in Florida (Reuters/M. Segar)

Donald Trumps Wählerbasis ist größtenteils weiß und männlich

Hispanics

Keine Bevölkerungsgruppe wächst so schnell wie die US-Bürger mit lateinamerikanischen Wurzeln. Vor vier Jahren stimmten sie mehrheitlich für Barack Obama.Trumps abfällige Äußerungen über Mexikaner und seine Pläne für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko könnten Hillary Clinton in die Hände spielen. Die Demokratin muss es allerdings schaffen, ihr Wählerpotential zu mobilisieren. 2012 gingen nur 48 Prozent der Latinos wählen.

Evangelikale Christen

Es ist normalerweise so sicher wie das Amen in der Kirche: Evangelikale Christen wählen die Republikaner. Doch bei dieser Wahl ist das nicht sicher. Denn mit seinen Ausfällen könnte Trump es sich bei dieser treuen Wählergruppe verscherzt haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die konservativen Christen nun ihr Kreuz bei Clinton machen. Denn sie ist für viele dieser Wählergruppe schlimmer als das Weihwasser für den Teufel. Wahrscheinlicher ist, dass viele Evangelikale bei der Wahl zu Hause bleiben. Oder ihre Stimme am Ende doch Trump geben.

USA Wahlkampf Demokraten Bernie Sanders in Philadelphia, Pennsylvania (picture-alliance/dpa/T. van Auken)

Viele Millenials hätten am liebsten Bernie Sanders ins Rennen um das Weiße Haus geschickt

Millenials

Die zwischen 1980 und 1990 geborenen Amerikaner waren 2008 und 2012 das Rückgrat von Barack Obama. Und auch bei der Wahl am 8. November könnten sie entscheidend sein. In Umfragen bei unter 35-Jährigen liegt Hillary Clinton weit vorn. Wirklich beliebt ist die Demokratin jedoch nicht. Im Vorwahlkampf unterstützten die jüngeren Demokraten größtenteils ihren parteiinternen Herausforderer Bernie Sanders. Im Vergleich zu Trump gilt Clinton bei vielen allenfalls als das geringere Übel. Laut einer Umfrage der Taft Universität gaben 40 Prozent der Hillary-Unterstützer an, nicht restlos von ihr überzeugt zu sein. Auch hier wird es darauf ankommen, ob Clinton es schafft, junge Wähler zu mobilisieren.

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