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Aktuell Deutschland

Wer steckt hinter dem Gerücht?

Bettina Wulff kämpft um ihren Ruf, und die SPD will politisch Kapital daraus schlagen. Sie fordert Aufklärung, ob das Gerücht der Rotlichtvergangenheit der Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten von der CDU lanciert wurde.

Unklar ist nämlich, wie und wann genau das Gerede über Bettina Wulff aufkam. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, die Darstellungen seien zunächst 2006 aus niedersächsischen CDU-Kreisen gezielt gestreut worden und hätten offenbar ihren Ehemann Christian Wulff treffen sollen. Der ehemalige Bundespräsident war zu diesem Zeitpunkt noch CDU-Ministerpräsident in Hannover.

Jetzt verlangt die SPD Klarheit von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Er müsse "die Vorwürfe schnell aufklären", fordert der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, in der "Bild am Sonntag".

Angriff auf Wulff

Christian Wulff war im Februar vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte zuvor seine Immunität aufgehoben und Ermittlungen aufgenommen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident. Als Wulff in die Kritik geraten war, gelangten auch die Gerüchte über die Vergangenheit seiner Ehefrau wieder in die Öffentlichkeit.

McAllister, der Wulff nach seinem Wechsel in das Amt des Bundespräsidenten 2010 als niedersächsischer Parteivorsitzender und Ministerpräsident nachfolgte, wollte sich nicht zu dem Verdacht äußern, dass es sich bei den Gerüchten um eine parteiinterne Intrige handelte.

Eidesstattliche Erklärung

Seit dem Rücktritt ihres Mannes geht Bettina Wulff juristisch vor gegen die Verbreitung der Darstellungen über ihr vermeintliches Vorleben. Zuletzt reichte die 38-Jährige Unterlassungsklagen gegen den populären Fernsehmoderator Günther Jauch und den Google-Konzern ein. Bei Gericht gab sie eine eidesstattliche Erklärung ab, wonach alle Behauptungen über ihr Vergangenheit als Prostituierte oder als Escort-Dame falsch seien.

Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, meinte, "wir stehen vor einem hochbrisanten Musterprozess gegen hochgradige Verleumdung und schwerste Verletzung durch das Medium Internet und der Frage, ob das alles ungesühnt hingenommen werden muss". Uhl plädiert dafür, diese Fragen juristisch "durchzuexerzieren".

Jauch willigte bereits ein, die Gerüchte nicht mehr weiterzuverbreiten. Dagegen wies der Internetkonzern Google den Unterlassungsanspruch zurück. Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegelten die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider, sagte ein Sprecher. Goggle schlage diese Begriffe nicht selbst vor, sie seien vielmehr das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren.

uh/gri (afp,dapd)