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Amerika

Wer Ohio gewinnt, gewinnt die Wahl

Die Präsidentschaftswahl in den USA am 2.11. rückt näher und näher. Einer der stark umkämpften Staaten ist Ohio. Wer hier in der Vergangenheit die Mehrheit der Stimmen erhielt, zog fast immer auch ins Weiße Haus ein.

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Singt für politischen Wandel: Bruce Springsteen

In der "Rock'n Roll Hall of Fame" in Cleveland gibt es auf sieben Etagen nicht nur die weltweit größte Sammlung von Rock-and-Roll-Devotionalien zu sehen; in der Walhalla des Rock'n Roll wurde auch die politische Sprengkraft der Musik eindrucksvoll dokumentiert, als die amerikanische Rocklegende Bruce Springsteen mit seiner "Vote For Change Tour" (Wählen für den Wechsel) durch die Metropolenstadt im Nordosten Ohios zog. Wenn Bruce Springsteens Wunsch vom Machtwechsel am 2. November 2004 in Erfüllung gehen soll, wird John Kerry in Ohio siegen müssen.

"Auf Hauen und Stechen"

Bush geht in die Offensive

US-Präsident George W. Bush (Archiv)

Vor vier Jahren gewann George W. Bush den Rosskastanienstaat, wie ihn die Einwohner nennen, allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung. So wird es auch diesmal werden, meint John Green, Politikprofessor an der Universität von Akron (Ohio). "Weil es hier so knapp ist, ist es natürlich durchaus möglich, dass ein nicht vorhersehbares Ereignis im Bereich der Außenpolitik oder ein wirtschaftliches Unglück den Ausschlag gibt, denn es müssten nur wenige Wähler das Lager wechseln", so Green. "Wenn das nicht passiert, wird es ein Kampf auf Hauen und Stechen bis zum Wahltag."

Beide Parteien haben ihren Wahlkampf so intensiv wie selten zuvor geführt. Die Republikanische Partei hat allein 70.000 freiwillige Helfer mobilisiert. Robert Bennet, ihr Parteivorsitzender im Staat Ohio, rechnet mit einem komfortablen Ergebnis für den Präsidenten. "Die Amerikaner brauchen in der Regel einen Grund, um den amtierenden Präsidenten abzuwählen. Sonst wird er für eine zweite Amtszeit wieder gewählt", sagt Bennet. "Man schaut sich den Gegenkandidaten an, sympathisiert auch mit der Stimmabgabe für ihn. Aber wenn es darauf ankommt, stimmt man doch lieber für den Präsidenten, den man kennt."

"Bush polarisiert"

John Kerry vor der zweiten Fernsehdebatte mit George Bush

John Kerry (Archiv)

Im demokratischen Lager ist man indes nicht weniger optimistisch. 500.000 neu registrierte Wähler allein in Ohio sind für James Ruvolo, den hiesigen Leiter der Kerry-Kampgagne, ein deutliches Zeichen dafür, dass auch breite Schichten, die bislang nicht am politischen Prozess teilnahmen, mit Bush unzufrieden sind und einen Wechsel wollen.

"Präsident Bush hat polarisiert", sagt Ruvolo. Bush spalte die Menschen anstatt sie zu versöhnen. "Deswegen ist dieser Wahlkampf so hart. Aber die Leute in der Mitte wollen eine Veränderung und die Republikaner wollen deswegen nicht, dass sie wählen gehen. Die unentschiedenen Wähler werden letztlich gegen Bush stimmen, vorausgesetzt, dass sie im Gegenkandidaten eine echte Alternative sehen, und als solche hat sich John Kerry in den Fernsehdebatten erwiesen."

Angst vor Wehrpflicht

An der "Case Western University" in Cleveland veranstalteten am Vorabend des Rededuells zwischen Vizepräsident Dick Cheney und John Edwards (6.10.) Studenten aus allen Teilen der USA einen Debattiergipfel. Im Gespräch sind es vor allem der Irakkrieg und die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht in den USA, die den jungen Menschen Sorgen machen. "Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen trägt die Hauptkriegslast", sagt die Soziologie-Studentin Colleen Gaydos, "und wir möchten sichergehen können, dass unser Präsident erst alle anderen Möglichkeiten ausschöpft und uns nicht in einen unnötigen und unverantwortlichen Krieg schickt."

Ohio hat in der ersten Amtszeit von Präsident Bush 235.000 Arbeitsplätze verloren – mit 6,3 Prozent liegt die Arbeitslosenrate deutlich über dem US-Durchschnitt. ...

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