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Politik

Wer ist verantwortlich für die Anschläge?

Einen Tag nach den Bombenattentaten in der indischen Handelsmetropole Bombay geht die Suche nach den Hintermännern weiter. Indische Regierungsmitglieder vermuten einen islamistischen Hintergrund - wie in Gujarat 2002.

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Eine der Autobomben explodierte unweit des noblen Taj Mahal Hotel in Bombay

Der Doppelanschlag von Bombay mit mindestens 50 Toten steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen im westinidischen Bundesstaat Gujarat im vergangenen Jahr. Es gebe "keinen Zweifel" an der Verbindung zu den antimoslemischen Gewalttätigkeiten im Frühjahr 2002, sagte der stellvertretende Regierungschef des Bundesstaates Maharashtra, Chhagan Bhujbal, am Dienstag (26.8.2003) dem indischen Fernsehen. Die beiden Explosionen am Vortag hätten sich in Stadtvierteln ereignet, in denen hauptsächlich aus Gujarat stammende Einwohner lebten.

Wer mit wem?

Wer für die Gewalttaten in Bombay verantwortlich ist, ist nach wie vor unklar. Bislang hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

Für die Anschläge sei vermutlich eine mit örtlichen Helfern zusammenarbeitende pakistanische Splittergruppe der militanten Islamistenorganisation Lashkar-i-Taiba verantwortlich, vermutet Bhujbal. Auch Vize-Ministerpräsident Lal Krishna Advani hat darauf hingewiesen, dass die Studentisch-Islamische Bewegung Indiens (SIMI) bei ähnlichen Anschlägen in der Vergangenheit Bomben in Bussen gezündet und dabei mit der von Pakistan aus operierenden Separatistengruppe Lashkar e-Taiba aus Kaschmir zusammengearbeitet habe.

Die Polizei verdächtigt beide Gruppen, an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Durch die Bombenexplosionen am Montag (25.8.2003) sind 50 Menschen getötet und 140 verletzt worden. Im Frühjahr 2002 war es in Gujarat zu blutigen Ausschreitungen zwischen Hindus und Moslems gekommen, bei denen etwa 2000 Menschen getötet wurden. Auslöser war ein Angriff von Moslems auf einen Zug mit Hindu-Pilgern, bei dem 58 Menschen ums Leben kamen.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Landesweit haben die Behörden inzwischen die Sicherheitsmaßnahmen an religiösen Stätten erhöht. Zusätzliche Polizisten patrouillierten am Dienstag (26.8.2003) in ganz Indien mit halbautomatischen Waffen vor Tempeln, Moscheen und auf öffentlichen Plätzen. In Bombay durchkämmte die Polizei Armenviertel und nahm mehrere Personen zu Verhören mit.

"Wir haben die Zahl der Wachen vor religiösen Stätten erhöht", sagte ein Sprecher der Polizei in der Hauptstadt Neu-Delhi. "Die Patrouillen auf Märkten und in stark frequentierten Gebieten sind verstärkt worden." Auf Postern und Handzetteln sei die Öffentlichkeit zur Vorsicht vor verdächtigen Paketen aufgerufen worden, fügte er hinzu. (arn)

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