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Wirtschaft

Wer ist Mitsubishi Heavy Industries?

Siemens ist gemeinsam mit der japanischen Gruppe Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ins Rennen um Alstom eingestiegen. Mit MHI hat Siemens dabei einen Giganten der japanischen Industrie an seiner Seite.

Mitsubishi Heavy Industries (MHI) wurde 1884 gegründet, seit 1934 trägt der Konzern seinen heutigen Namen. Aus den Werkshallen von MHI stammten einst die Flugzeuge, mit denen die berüchtigten Kamikaze-Piloten im Dezember 1941 den Angriff auf Pearl Harbor flogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde MHI in mehrere Teile zerschlagen, bevor sich das Unternehmen 1964 wieder neu zusammenfand.

Heute ist MHI an 294 Standorten vertreten. Ein wichtiges Standbein ist vor allem die Ausrüstung für Stromerzeuger, sei es für thermische Kraftwerke, Atomkraftwerke, Wasserkraft- oder Windkraftanlagen. Daneben baut MHI bis heute Schiffe aller Art, Züge und Komponenten für den Flugzeugbau, vor allem für den US-Konzern Boeing, ist im Maschinenbau und in der Rüstungsbranche aktiv. Das Unternehmen hat gut 80.000 Mitarbeiter. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von vier Billionen Yen (28,5 Milliarden Euro) erwartet.

Mitsubishi und Siemens - Partner und Konkurrenten

Die Japaner arbeiten seit geraumer Zeit daran, ihre Position im globalen Energiemarkt auszubauen und sehen in Siemens einen starken Konkurrenten. Das hindert den ehrgeizigen Konzernchef Shunichi Miyanaga nicht daran, sich im Bieterkampf um den französischen Konzern Alstom mit den Deutschen zusammenzutun, damit das US-Unternehmen General Electric nicht zum Zuge kommt.

Dass Miyanaga Konkurrenz in Partnerschaft umzuwandeln vermag, bewies er Anfang des Jahres, als MHI sein Thermakraftgeschäft, zu dem die Gas- und Dampfturbinen gehören, mit dem entsprechenden Geschäftsbereich von Hitachi zusammenlegte. Medienberichten zufolge ist Siemens vor allem am Gasturbinengeschäft von Alstom interessiert, während MHI ein Auge auf die Dampfturbinen geworfen haben soll. Der Deal würde "MHIs Dampfturbinengeschäft stärken", sagte Ryo Tazaki von der japanischen Investmentbank Nomura. Besonders Alstoms Vertriebsnetz würde MHIs Verkaufs- und Wartungsnetz in Europa und Afrika verbessern.

zdh/js (AFP, dpa)