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Europa

Wer ist Dmitri Medwedjew?

Der Protégé des Präsidenten hat es geschafft: Blickt man auf seine steile Karriere im Russland unter Wladimir Putin, ist der Aufstieg Dimitri Medwedjews zum Stabschef des Kreml ein logischer Schritt.

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In den Lebensläufen von Präsident Wladimir Putin und seinem neuen Stabschef Dmitri Medwedjew lassen sich zahlreiche Parallelen und ein wichtiger Unterschied finden. Im Gegensatz zu Putin und dessen meisten Gefolgsleuten war der 1965 geborene Medwedjew kein Agent des Geheimdienstes KGB.

Alte Seilschaften

Sowohl Putin als auch Medwedjew stammen aus Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. Sie studierten dort Jura an der Staatlichen Universität, machten gemeinsam unter dem Reformer und Petersburger Bürgermeister Anatoli Sobtschak Anfang der 1990er Jahre Karriere. Von 1991 bis 1995, während der Amtszeit des reformorientierten Bürgermeisters Anatoli Sobtschak, saß Medwedjew im Ausschuss für Auswärtige Beziehungen. Sein damaliger direkter Vorgesetzter in dem vor allem für ausländische Investitionen zuständigen Gremium war der damalige Ausschussvorsitzende Wladimir Putin.

Nach seinem Aufstieg zum Ministerpräsidenten holte Putin Medwedjew 1999 nach Moskau. Dort machte er sich für Putin unentbehrlich, als er im Jahr 2000 den äußerst erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf für den bis dahin in der Öffentlichkeit nur wenig bekannten Putin leitete. Der Lohn für die Mühe und Loyalität ließ nicht lange auf sich warten: Noch im Wahljahr 2000 stieg Medwedjew zum ersten Stellvertreter Woloschins als Stabschef auf. In dieser Funktion konnte er sich bereits in den vergangenen Jahren auf seine neue Aufgabe als Verwaltungschef vorbereiten.

Die rechte Hand

Zusammen mit Putin stieg auch der Einfluss des heute 38-jährigen Medwedjew auf die Geschicke des Riesenreiches Russland in den letzten Jahren deutlich an. Als Stellvertreter des entlassenen Leiters der Präsidialverwaltung, Alexander Woloschin, herrschte Medwedjew über eines der wichtigsten Utensilien der Macht im Kreml - Putins Terminkalender. Medwedjew entschied, wer eine Audienz beim Präsidenten erhielt und wer nicht.

Im Dauerkonflikt zwischen der so genannten Jelzin-Familie um Woloschin und Putins Leuten aus St. Petersburger Zeiten soll Medwedjew eine vermittelnde Rolle gespielt haben. Woloschin selbst soll seinen jungen Stellvertreter mehrfach öffentlich gelobt und ihn als Nachfolger vorgeschlagen haben. Und als Aufsichtsratsvorsitzender kontrolliert Medwedjew die Geschäfte des gigantischen halbstaatlichen Gaskonzerns Gasprom. (im)

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