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Wissen & Umwelt

Wenn Heuschrecken auf Wanderschaft gehen

Der Nervenbotenstoff Serotonin soll dafür verantwortlich sein, dass Heuschrecken zur Plage werden. Das schreiben Forscher von der Universität Cambridge in Großbritannien in der aktuellen Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins "Science“.

Eigentlich ist die Wüstenheuschrecke mit dem lateinischen Namen Schistocerca gregaria eine Einzelgängerin. Aber sobald die Nahrung knapp wird, ändert sich sowohl ihr Äußeres als auch ihr Verhalten dramatisch. Die Insekten wechseln die Farbe und rotten sich zu riesigen Schwärmen zusammen. Irgendwann fliegen sie los und fressen alles ratzekahl.

Auslöser dieser Veränderungen sollen Reize sein, die von Artgenossen ausgehen. Normalerweise reagieren Heuschrecken auf Begegnungen mit ihresgleichen recht aggressiv. Häufen sich aber die Begegnungen und Berührungen, so verwandeln sie sich zum geselligen Schwarminsekt.

Für ihre Versuche versetzten die Forscher einzelne Insekten durch eine künstliche Reizung der Hinterbeine in den Wanderheuschrecken-Zustand. Dabei stellten sie fest, dass die Konzentration des Nerven-Botenstoffs Serotonin bis um den Faktor drei anstieg. Gaben sie den Tieren vorher ein Medikament, welches das Serotonin blockiert, so blieb die Umwandlung aus, die Tiere blieben Einzelgänger. Und sobald die Forscher den Heuschrecken das Serotonin direkt injizierten, wandelten sie sich in kurzer Zeit in typische Wanderheuschrecken um und zeigten Schwarmverhalten, auch wenn sie ganz allein waren und jegliche Reize fehlten.

Die Forscher hoffen jetzt, dass ihre Studienergebnisse irgendwann eine ganz neue Art der Heuschrecken-"Bekämpfung“ möglich machen könnte: indem man gefräßige Schwärme durch Manipulation der Heuschrecken erst gar nicht entstehen lässt.