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Wenn es dunkel wird

Mienen verfinstern, Himmel verdunkeln sich. Dunklen Gestalten und finsteren Gesellen möchte man nachts nicht begegnen. Was aber unterscheidet die Dunkelheit von der Finsternis? Wir bringen Licht ins Dunkel …

Der Mond lukt hinter dem Geäst eines Baumes hervor

Eine gespenstische Atmosphäre

Es wird Nacht. Dunkelheit bricht herein. Es ist Winter und in dieser Jahreszeit wird es in Deutschland ziemlich zeitig dunkel. Nach und nach verschluckt die Dunkelheit alles. Die Augen müssen sich an diese Dunkelheit erst mal gewöhnen. Aber so richtig finster wird es heute nicht, denn der Vollmond steht wie eine Laterne am Himmel. Das unterscheidet die Dunkelheit von der Finsternis: Wenn es finster ist, kann man die Hand vor Augen nicht sehen. Finsternis ist dort, wo überhaupt kein Licht ist – und kein Schatten. Wenn es aber lediglich an Licht mangelt, dann spricht man von Dunkelheit.

Wenn Sonne und Mond streiken …

Eine Korona, die entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt

Macht den Tag zur Nacht: eine Sonnenfinsternis

Es ist also dunkel. Nicht stockdunkel oder zappenduster – denn das wäre ja finster – sondern eher halbdunkel. Zufälligerweise ist aber genau heute, genau in dieser Nacht kein Verlass auf unsere einzige Lichtquelle – den Mond. In der Zeitung steht, dass uns heute eine Mondfinsternis erwartet. Eine Mondfinsternis ist ein astronomisches Phänomen, bei dem der Mond in den Schatten der Erde gerät, sodass er das Licht der Sonne nicht mehr reflektieren kann. Dann verfinstert sich der Himmel und es wird düster wie in einem Bärenarsch.

Was der Mond kann, kann die Sonne jedoch schon lange. Eine Sonnenfinsternis ist um Einiges spektakulärer als eine Mondfinsternis, besonders wenn es sich um eine totale Sonnenfinsternis handelt. Dann schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und es wird zwar nicht finster, aber dunkel. Wie bei einem Stromausfall sitzt man dann im Dunkeln.

Dunkle Farben, dunkle Klänge

Die Tasten eines Klaviers

Das Klavier klingt im Dunkeln besonders schön

Für die Dunkelheit sind aber nicht nur der Mond oder die Sonne verantwortlich. Manchmal bezeichnet man etwas als dunkel, auch wenn es draußen taghell ist. Es gibt zum Beispiel dunkle oder helle Farben. Ich habe zwar noch keine dunkle Ahnung, was ich morgen anziehe, aber es wird höchstwahrscheinlich auf eine dunkelblaue Hose und einen dunkelgrünen Pullover hinauslaufen. Farben können dunkel sein, aber nicht finster.

Auch Klänge können dunkel sein. Meine Frau hat eine dunkle Stimme. Bei ihr klingen die dunklen Vokale U und O besonders dunkel. Mich fasziniert auch der dunkle Klang von Beethovens Mondscheinsonate. Die hat er definitiv nachts, in der Dunkelheit geschrieben.

Die dunkle Seite der Dunkelheit

Der Teufel in der Gestalt einer Handpuppe

Gestatten? Der Herr der Finsternis!

Dunkelheit und Finsternis sind meist mit etwas Negativem verbunden. Oft werden sie auch gleichgesetzt mit dem Bösen schlechthin – dem Teufel. Er wird auch als Herr der Finsternis bezeichnet. Er herrscht über die Hölle – das Reich der Finsternis. Die Dunkelheit ist also kein einfaches Pflaster – überall lauern Gefahren. Kein Wunder, dass Kinder oft Angst im Dunkeln haben. Manchmal ist es aber auch nicht möglich, sich im Dunkeln zurechtzufinden, weil man nichts erkennt. Im übertragenen Sinne tappt man im Dunkeln, wenn man von einer Sache keine Ahnung hat. Selbst die besten Statistiken können in diesem Fall kein Licht ins Dunkel bringen, denn es gibt immer eine Dunkelziffer. Das ist zum Beispiel die Zahl der Verbrechen, die nicht offiziell gemeldet wurden.

Finsterlinge und Dunkelmänner

Ein Mann mit Arztkittel und einer Laterne

Eine finstere Gestalt

Dunkelheit kostet oft Nerven und verursacht – eine dunkle Miene. Wenn jemand schlechte Laune hat, kann man es ihm an seinem finsteren Blick ansehen. Den hat man, wenn man finstere Zeiten durchlebt. Doch auch in seiner dunkelsten Stunde sollte man nie seinen Lebensmut verlieren.

Sonst wird man irgendwann zu einem Finsterling, einem grimmigen Menschen. Schlimmer als Finsterlinge sind übrigens Dunkelmänner. Sie arbeiten im Verborgenen und manipulieren beispielsweise Politiker.

Die helle Seite der Dunkelheit
Wo Licht ist, ist auch Schatten– und umgekehrt. Dunkelheit ist also nicht per se etwas Negatives. Dunkelheit hat nämlich auch praktische Seiten. Beispielsweise kann man die Dunkelheit einer Dunkelkammer dafür nutzen, um wunderschöne Fotos zu entwickeln. Dunkelheit sorgt auch dafür, dass man unerkannt bleibt. Nachts sind ja bekanntlich alle Katzen grau. Deswegen ist im Dunkeln gut Munkeln. Da man in der Dunkelheit nicht gesehen wird, kann man im Dunkeln wunderbar Geheimnisse austauschen. Oder sich von seiner romantischen Seite zeigen – zum dunklen Klang der Mondscheinsonate…


Fragen zum Text

Der Herr der Finsternis ist …
1. ein Nachtwächter.
2. ein Vampir.
3. der Teufel.

In einer Dunkelkammer …
1. werden Fotos entwickelt.
2. wird geschlafen.
3. werden Dinge abgestellt, die man nicht oft benötigt.

Im Dunkeln ist gut Munkeln bedeutet, dass …
1. man im Dunkeln besonders gut schlafen kann.
2. sich die Dunkelheit besonders gut für heimliche Gespräche oder Liebeleien eignet.
3. man in der Dunkelheit keine Angst haben muss.


Arbeitsauftrag
Finden Sie heraus, was ein Dunkelrestaurant ist! Schreiben Sie einen Text darüber, wie Sie sich ein Abendessen in solch einem Restaurant vorstellen. Wären Sie gerne einmal Gast in einem Dunkelrestaurant? Könnten Sie das Essen genießen, obwohl Sie nicht sehen, was Sie essen?

Autor: Felix Forberg
Redaktion: Beatrice Warken

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