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Wirtschaft

Wenn die Mark aus der Matratze und dem Kopfkissen kommt

In Kroatien und Bosnien müssen große Mengen D-Mark in Euro getauscht werden. Bisher ist die bosnische Währung an die D-Mark angebunden, auch das muss sich ändern.

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Vor allem internationale Banken wie die schweizer UBS werden das Euro-Bargeld ins Ausland bringen

Die österreichische Raiffeisenbank - sie ist mit insgesamt 30 Filialen in Kroatien und Bosnien vertreten - wirbt seit Monaten aggressiv für einen frühen Umtausch. Sie will die Kroaten und Bosnier davon überzeugen, ihre Scheine und Münzen möglichst bald zu tauschen. Am besten noch vor Ende März, sagt Michael Müller, Vorstand der Raiffeisenbank in Sarajewo: "Für die Leute im Land wird es ja dann sehr schwierig werden, weil man natürlich dann zwar weiter Deutschmark bei der Deutschen Bundesbank umtauschen kann. Ich meine, dann muss ein Kroate bis nach Deutschland zur Bundesbank reisen, um das umzutauschen."

Die Banken würden sicherlich nicht ewig diesen Umtausch durchführen, sagt Müller. In Kroatien will die Raiffeisenbank bis Ende Februar, in Bosnien bis Ende März umtauschen. Dabei sollen die Gebühren so bleiben, wie momentan im Devisenumtausch üblich, kündigt Michael Müller an: "Derzeit sind wir im Bereich von 0,1 bis 0,25 Prozent, abhängig von den Größen der Beträge - aber nur Cash in Cash, also Barumtausch."

Was die Raiffeisenbank natürlich versuche, sei, dass sie die Leute davon überzeugen wolle, dass sie nicht Cash in Cash tauschen, sondern dass sie Konten eröffneten und das Geld bei der Bank einlegten. "Das wird dann am 1.1. direkt umgewechselt in Euro und dann natürlich ohne jegliche Provision."

Auch die zur deutschen HypoVereinsbank-Gruppe gehörende Bank Austria möchte die Gelegenheit nutzen, um für Fremdwährungskonten zu werben. Auf diese könnten die Kunden ihre D-Mark-Guthaben einzahlen und so kostenlos in Euro umtauschen.

Ist das Geld zu Hause sicher?

Außerdem sei ein Konto allemal sicherer, als das Geld zu Hause unter dem Kopfkissen oder in der Matratze aufzubewahren, wie derzeit noch üblich. Das betont Otto Peklo, Euro-Koordinator der Bank Austria: "Generell ist es so, dass wir natürlich unseren Kunden sagen, dass es jetzt eine historische Chance gäbe, dass Bargeld, was zu Hause möglicherweise unter dem Kopfpolster herumliegt, endlich einmal auf Bankkonten einzuzahlen. Und es gibt hier natürlich eine breite Palette von Produkten, die wir anbieten können."

Bosnischer Sonderfall

In Bosnien ergibt sich durch das Ende der D-Mark eine besondere Situation. Denn bisher war die Landeswährung, die Konvertible Mark KM, in einem so genannten "Currency Board" eins zu eins an die D-Mark gebunden. An ihre Stelle tritt jetzt der Euro. Michael Müller von der Raiffeisenbank: "Die Konvertible Mark bleibt als Konvertible Mark erhalten. In Zukunft wird sie, so wie sie heute eins zu eins im Currency Board an die D-Mark gebunden ist, dann eins zu 1,95583 an den Euro gebunden sein."

Genau so wie heute auch die D-Mark an den Euro gebunden sei. "Und das muss man den Leuten natürlich erklären, dass man nicht Morgen mit einer Konvertiblen Mark einen Euro in der Hand hält. Das wäre schön, dann würde ich heute schon KM horten", sagt Michael Müller lachend.

An eine kleine Änderung müssen sich die Bosnier dann aber doch gewöhnen. Bisher hatten sie gesetzlich das Recht, statt in Konvertibler Mark mit D-Mark zu bezahlen. In Zukunft fällt das weg. Ob ein Geschäft Euro statt Konvertible Mark annimmt oder nicht, hängt ab Januar vom Willen des Besitzers ab. Wenn die Bosnier den Euro aber so in ihr Herz schließen wie die D-Mark, sollte auch das kein Problem sein.

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