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Kultur

Wenn der Bürgermeister zweimal zuschlägt...

Ein erboster Bürgermeister im ostfranzösischen Lothringen hat zwei deutsche Fernsehreporter bei einer Reportage über einen Dorfstreit tätlich angegriffen. Wie Hartmut Müller vom Saarländischen Rundfunk (SR) der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, kam der Ortsvorsteher mit seinem Rad angefahren, entriss ihm ohne ein Wort die Kamera und schlug ihm mit dieser auf den Kopf. Anschließend habe er ihn selbst und seinen Kollegen, den aus Mali stammenden Kameramann Abdul Traore, als "Nazi-Schweine" beschimpft.

Die Reporter der Redaktion "Aktueller Bericht" haben nach eigenen Angaben Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung erstattet. Der SR prüft nach Angaben eines Sprechers, ob auch er Strafanzeige erstattet.

Das Dörfchen Gélaucourt machte in Frankreich wiederholt von sich reden, weil sich ein Bürgerkomitee gegen die "tyrannischen Methoden" des Bürgermeisters Michel Capdevielle zur Wehr setzt. Er drangsaliert den Angaben zufolge die rund 50 Einwohner mit einer Flut von Verboten und Vorschriften. Mit dem Zwist befasst sich auch die französische Justiz, der über 30 Klagen und Anzeigen von Bürgern und Bürgermeister vorliegen. Das SR-Team wollte eine Reportage über den dörflichen Kleinkrieg drehen und hatte dem Sender zufolge die Dreharbeiten vorschriftsmäßig angemeldet.

  • Datum 20.06.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2R22
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