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Ostmitteleuropa

Wenigstens einmal im Jahr arbeitsunfähig

- Die Slowaken sind mit Krankschreibungen nicht zimperlich

Bratislava, 2.2.2002, RADIO SLOWAKEI, deutsch

Jeder zwanzigste erwerbstätige Slowake war im vorigen Jahr wenigstens einmal arbeitsunfähig. So die jüngst veröffentlichte statistische Angabe der Sozialversicherungsanstalt. Das Krankenbett hüteten am meisten die Bewohner der Ostslowakei. Diese Region kennzeichnet sich nach wie vor durch die höchste Arbeitslosenrate im Lande. Der Direktor der Sektion für Analysen und Strategien des Nationalarbeitsamtes, Pavel Tomasta, meint aber, dass die Arbeitsunfähigkeitsrate in den einzelnen Regionen der Slowakei mehr von der Situation auf dem Arbeitsmarkt und von den Löhnen als von der Arbeitslosigkeitsrate abhänge, Zitat: "Wenn man 5 000 Slowakische Kronen (Sk) monatlich verdient (umgerechnet etwa 116 Euro), lohnt es sich, sich lieber krank schreiben zu lassen, da man von der Sozialversicherungsanstalt mehr Geld bekommt."

Gerade diese Tatsache wird in vielen Fällen von Bewohnern der ärmeren Regionen des Landes ausgenutzt. Am längsten – im Durchschnitt rund 30 Tage im Jahr – waren die Bürger in den Kreisen Presov, Banska Bystrica und Zilina arbeitsunfähig. In einigen Bezirken der Slowakei übersteigt die Arbeitsunfähigkeitslänge die Grenze von 40 Tagen.

Die niedrigste Zahl der Krankgeschriebenen – nur rund zwei Prozent der Berufstätigen – wurde in Bratislava verzeichnet. Der Monatslohn in der Hauptstadt beträgt im Durchschnitt 16 000 Sk, deshalb bevorzugt man bei der Arbeitsunfähigkeit den Urlaub statt Krankschreibung, um wesentliche Verluste am Gehalt zu meiden. Das Krankengeld für Arbeitnehmer wird nämlich vom Tages-Durchschnittsnettoeinkommen berechnet, höchstens von der Summe 350 Sk und bezieht sich ausschließlich auf die Arbeitstage. (fp)

  • Datum 05.02.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1pM9
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