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Nahost

Weniger Touristen für das Heilige Land?

Die israelische Regierung geht davon aus, dass 2009 deutlich weniger Menschen Israel besuchen werden als im Vorjahr. Palästinensische Reiseveranstalter spüren den Einbruch schon jetzt.

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Nach Tel Aviv kommen jedes Jahr Hunderttausende von Touristen

Tourismusministerin Ruhama Avraham führte dies am Mittwoch (11.03.2009) bei der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin auf den Gaza-Krieg Anfang des Jahres sowie die Finanzkrise zurück. Schätzungen zufolge werde die Besucherzahl in diesem Jahr um 20 Prozent sinken, sagte sie der Nachrichtenagentur KNA. Avraham kündigte an, dass die Regierung künftig verstärkt für Reisen nach Israel werben und Besuche weiter fördern will. Offiziellen Angaben zufolge kamen 2008 mehr als drei Millionen Touristen nach Israel, darunter 142.000 Deutsche. Die Ministerin sprach von einem Rekordjahr.

Forderung nach fairem Tourismus

Geburtskirche in Bethlehem

Wo heute die Geburtskirche in Bethlehem steht, wurde der Überlieferung nach Jesus Christus geboren

Unterdessen hat der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) massive Nachteile für Reiseveranstalter in den palästinensischen Autonomiegebieten kritisiert. 95 Prozent der Reisen in das Heilige Land fielen in Israel an, das die Zugänge zu den palästinensischen Gebieten kontrolliere und über die Reiserouten bestimme, erklärte der EED am Dienstag (20.03.2009) in Bonn. Palästinensische Reiseveranstalter berichten laut EED von Reisegruppen, die aufgrund von Medienberichten befürchteten, in ein Kriegsgebiet zu kommen. Während der Tourismus bis Weihnachten 2008 für viele Palästinenser die Einkommensgrundlage gewesen sei, habe der Krieg im Gaza-Streifen dieses "kleine Pflänzchen der Hoffnung vertrocknen lassen", obwohl das Westjordanland von dem Krieg nicht betroffen gewesen sei. Der EED forderte einen fairen Tourismus, der allen Seiten Gewinn bringt und zu Verständigung und partnerschaftlichem Miteinander beiträgt.

(aa/dh/epd/kna)

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