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Wirtschaft

Weniger Spenden für Hilfsprojekte

Brot für die Welt hilft den Ärmsten der Armen. Im vergangenen Jahr mit rund 235 Millionen Euro. Das Geld fließt an rund 2000 Projekte in mehr als 90 Ländern. Vor allem in Afrika wurden viele Projekte unterstützt.

Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit, das sind Arbeitsschwerpunkte von Brot für die Welt. Keine leichte Aufgabe, wenn man sich Regionen wie den Osten der Demokratischen Republik Kongo anschaut. Claudia Warning, Vorstand für den Bereich Internationale Programme und Inlandsförderung bei Brot für die Welt, ist gerade von dort zurückgekommen. Sie berichtet von Krieg und Zerstörung, von Flucht, Vertreibung, vergewaltigten Frauen und Mädchen und von Kindern, die als Soldaten rekrutiert werden und morden müssen.

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Kritik von Claudia Warning am UN-Blauhelmeinsatz im Ost-Kongo

Claudia Warning berichtet aber auch von Hilfe und Hoffnung im Ost-Kongo. "Wir arbeiten dort mit mehreren protestantischen Kirchen zusammen, die sich alle die Aufgabe gesetzt haben, diesem Wahnsinn etwas entgegenzusetzen, nämlich Bildung und Gesundheit." Zwei Drittel aller Schulen im Ost-Kongo werden von den Kirchen unterhalten. 16.000 Schüler gehen allein in die 500 Schulen der baptistischen Kirche um Goma herum. "Die Kinder, die dort in der Schule lernen, sind dann keine Kinder, die als Kindersoldaten rekrutiert werden und im Busch leben und kämpfen", sagt Claudia Warning.

Geld für die Partner vor Ort

Das Land braucht dringend Ärzte, Lehrer, Ingenieure und Landwirte. Mit Geld und Stipendien unterstützt "Brot für die Welt" daher auch den Aufbau von zwei Universitäten, an denen bereits 6000 Studenten lernen. Außerdem werden an einer Berufsschule Handwerker ausgebildet. Diese Art der Unterstützung sei ein relativ typisches Beispiel dafür, wie "Brot für die Welt" arbeite, sagt Warning. "Wir arbeiten nicht selbst in den Ländern, sondern wir geben Mittel an unsere Partner, die dann Programme in eigener Verantwortung durchführen können und dabei immer versuchen, an den aktuellen Problemen anzuknüpfen."

Abgesehen von Projekten in Indien und Brasilien erhielten Programme im Kongo im vergangenen Jahr das meiste Geld von "Brot für die Welt". Es folgen Kenia und Äthiopien. In der Bilanz der Hilfsorganisation werden für 2012 insgesamt 234,6 Millionen Euro ausgewiesen, die in rund 2000 Projekte in mehr als 90 Ländern flossen. Seit der Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst vor einem Jahr sind alle Aktivitäten der evangelischen Entwicklungsarbeit bei "Brot für die Welt" gebündelt.

1,5 Prozent für Entwicklungsprojekte

Das habe durchaus Vorteile, betont Finanzvorstand Tilman Henke. "Dadurch können wir noch besser und noch gezielter helfen." Finanziell steht die Entwicklungsorganisation auf drei Säulen: Neben Spenden und Kollekten sind das staatliche Zuschüsse und Kirchsteuergelder. Die evangelischen Landeskirchen in Deutschland wenden 1,5 Prozent ihrer Einkünfte für Entwicklungszusammenarbeit auf.

51 Millionen Euro kamen im vergangenen Jahr aus Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes. Dazu kamen 122,8 Millionen Euro aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Aus Spenden und Kollekten in den Kirchen flossen 55,2 Millionen Euro. Das war weniger als in den beiden Jahren zuvor. 2011 waren es noch 56,2 Millionen Euro, 2010 sogar 62,1 Millionen.

Nach Katastrophen wird mehr gespendet

Henke spricht trotzdem von einem "sehr guten Spendenergebnis". Das Spendenergebnis orientiere sich in der Regel auch an medial begleiteten Großkatastrophen. "Wenn wir wieder eine von den Medien sehr stark beobachtete große Katastrophe haben - was wir uns alle nicht wünschen - werden wir auch bei 'Brot für die Welt' wieder deutlich mehr Spendeneinnahmen haben. Das war in der Vergangenheit auch so."

2010 sei wegen des Tsunamis in Japan außergewöhnlich viel gespendet worden. Die 55 Millionen Euro im Jahr 2012 lägen hingegen auf dem durchschnittlichen Niveau des vergangenen Jahrzehnts.

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