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Wirtschaft

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

2009 zeigte sich die Natur von ihrer milden Seite: Es gab weniger große Naturkatastrophen und weniger Schäden. Doch die hohe Zahl der Wetterextreme bestätigt den Trend, dass der Klimawandel in vollem Gange ist.

Tropischer Sturm (Foto: AP)

Tropische Stürme haben auch 2009 für hohe Schäden gesorgt

Die Natur war gnädig in diesem Jahr. Laut Munich Re, der Nummer eins der Rückversicherer, beliefen sich die Schäden durch Hurrikans, Überflutungen und andere Naturkatastrophen auf 50 Milliarden US Dollar, davon hatte die Versicherungswirtschaft 22 Milliarden zu tragen. Im Jahr zuvor lag die Gesamtsumme der Schäden durch Naturkatastrophen bei 200 Milliarden Dollar, ein Viertel davon wurde von den Versicherungen bezahlt.

Hurrikansaison glimpflich verlaufen

Zu verdanken hat das die Versicherungswirtschaft der Natur selbst. Großkatastrophen sind weitgehend ausgeblieben. Auch die Hurrikansaison im Nordatlantik verlief glimpflich. Nur neun Stürme wurden registriert, davon drei in Hurrikanstärke. Damit bleiben die Zahlen sowohl unter dem Durchschnitt der seit Mitte der 90er Jahre anhaltenden Warmphase im Nordatlantik als auch unter dem langjährigen Durchschnitt, so Munich Re.

Prof. Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung bei Munich Re (Foto: Munich Re)

Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung bei Munich Re

Man darf sich aber nicht von solchen Zahlen täuschen lassen, warnt Professor Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re, der früheren Münchner Rück. "Auch wenn die schweren Hurrikane und andere Größtkatastrophen ausgeblieben sind, hat es doch eine große Anzahl mittelschwerer Naturkatastrophen gegeben. Insbesondere bleibt der Trend zu einer Zunahme von wetterbedingten Katastrophen bestehen", sagt Peter Höppe.

Folgen des Klimawandels

Und diese Zunahme hat nach Meinung von Peter Höppe mit dem Klimawandel zu tun, denn zumindest ein Teil der Ursache müsse dort liegen, wo die Katastrophen entstehen, nämlich in der Atmosphäre: "Wir wissen von den Klimaforschern, dass sich da einiges geändert hat. Es ist wärmer geworden und es ist mehr Wasserdampf in der Atmosphäre, weil die Weltmeere sich auch erwärmt haben." Und all das führt eben zu mehr Wetterextremen, so der Versicherungsmann.

Weltkarte der Naturgefahren (Quelle: Munich Re; Grafik: DW)

Weltkarte der Naturgefahren

Diesen Trend hat die Schadenstatistik 2009 von Munich Re wieder bestätigt. Insgesamt wurden 850 Naturkatastrophen erfasst. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre beträgt rund 770. Auch besagt die neueste Statistik, dass Wetterextreme sehr hohe Einzelschäden auslösen können. Das teuerste Einzelereignis 2009 war der Wintersturm Klaus, der im Januar mit Windgeschwindigkeiten von bis knapp 200 Kilometer pro Stunde Nordspanien und Südwestfrankreich heimsuchte und einen volkswirtschaftlichen Schaden von fünf Milliarden Dollar anrichtete.

Auch im eigenen Interesse pflegt Munich Re die weltweit umfassendste Datenbank zu Naturkatastrophen. "Insgesamt sind dort mittlerweile über 26.000 Einzelereignisse akribisch dokumentiert mit einer klaren Beschreibung der Art der Naturgefahr, der Intensität, auch der Schäden, die sie verursacht haben", erläutert Höppe. Nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die menschlichen Schäden. So sind in diesem Jahr weniger Menschen durch Naturkatastrophen gestorben als sonst. 10.000 Todesopfer gab es 2009, im Vergleich zu durchschnittlich 75.000 in den Jahren davor.

Autorin: Zhang Danhong
Redaktion: Andreas Becker

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