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Welt

Weniger Neu-Infektionen mit AIDS

Die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Aidserreger HIV ist zurückgegangen. Grund ist die verbesserte Versorgung mit Medikamenten. Das UN-Programm gegen Aids sieht eine Wende im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.

Symbolbild: rote Aids-Schleife vor Globus (Foto: APTN)

In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen wurde der Zugang zu Therapien verbessert

Die Zahl neuer Infektionen mit dem Aidserreger HIV ist rückläufig. Von 1997 bis 2010 sei sie um gut ein Fünftel (21 Prozent) auf weltweit 2,67 Millionen gefallen, heißt es im aktuellen Bericht des HIV/AIDS-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS), der am Montag (21.11.2011) in Berlin vorgestellt wurde.

Danach hatte knapp die Hälfte aller Schwangeren, die mit HIV (human immunodeficiency virus) infiziert sind, Medikamente erhalten, die eine Übertragung des Virus auf das Kind verhindern sollen. Den Erfolg zeige das Beispiel Botsuana. 2003 seien dort noch 21 Prozent der Babys HIV-infizierter Mütter selbst infiziert gewesen. 2010 waren es nur noch 4 Prozent - dank antiviraler Therapien für mehr als 90 Prozent der Mütter.

Weniger Aidstote

Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Aidstoten. Zwar erlagen im vergangenen Jahr weltweit 1,8 Millionen Menschen der unheilbaren Immunschwächekrankheit. Doch habe auch hier die medizinische Versorgung mit Medikamenten gegen das Virus schätzungsweise 700.000 weitere Tote verhindert, so UNAIDS.

Michel Sidibe vor Mikrofonen (Foto: dapd)

UNAIDS-Chef Sidibé sieht signifikante Fortschritte

Nach Ansicht von UNAIDS-Chef Michel Sidibé haben die vergangenen zwölf Monate eine entscheidende Wende im globalen Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie gebracht. Nie habe es mehr Forschungs- und Erfolgsergebnisse gegeben - trotz leerer Kassen und ungewisser Finanzierung. "Noch nie ist in so vielen Ländern die Zahl der Neuinfektionen derart signifikant zurück gegangen", sagte Sidibé.

Therapien zeigen Wirkung

Seit 1995 seien mit Medikamenten in den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen insgesamt 2,5 Millionen Todesfälle verhindert worden. Rund die Hälfte der Infizierten dort hätten inzwischen Zugang zu solchen Therapien - deutlich mehr als noch zwei Jahre zuvor, stellt der Bericht fest.

Besonders gut sei die Versorgung in Ländern wie Kambodscha, Chile, Kroatien und Kuba, besonders schlecht in Staaten wie Afghanistan, Ägypten, Tunesien und der Ukraine.

Die meisten Infizierten leben in Südafrika

Die Gesamtzahl der infizierten und tatsächlich an Aids erkrankten Menschen schätzt UNAIDS Ende 2010 auf weltweit 34 Millionen (2001: 28,6 Millionen). Rund 68 Prozent von ihnen (22,9 Millionen) leben demnach in Afrika südlich der Sahara. Auf das Gebiet entfallen auch 70 Prozent der aktuellen Neuinfektionen.

Drogenbesteck bestehend aus Löffel und Spritze (Foto: dpa)

Verseuchtes Drogenbesteck gilt als Ursache für die hohe Zahl von Infizierten

Allein in Südafrika leben mit geschätzt 5,6 Millionen mehr HIV-Infizierte als in jedem anderen Land der Welt. Zumindest die Zahl der Neuinfektionen sinke dort aber inzwischen stark - ebenso wie in Äthiopien, Nigeria, Sambia und Simbabwe, heißt es in dem jährlich herausgegebenen Bericht.

Rasanter Anstieg in Russland und Ukraine

Die Zahl der HIV-Infizierten in West- und Zentraleuropa wurde mit rund 840.000 angegeben - bei 30.000 Neuinfektionen und 9900 auf Aids zurückgehenden Todesfällen. Einen rasanten Anstieg der Infizierten um 250 Prozent im Zeitraum von 2001 bis 2010 auf 1,5 Millionen habe es in Osteuropa und Zentralasien gegeben.

Davon entfielen allein 90 Prozent auf Russland und die Ukraine. Ursache sei in diesen Ländern vor allem verseuchtes Drogenbesteck. Die Zahl der Aidstoten in der Region liege inzwischen bei geschätzt 90.000. Im Jahr 2001 waren es noch 7800.

Für Deutschland meldete das Robert Koch-Institut in Berlin rund 2700 Neuinfektionen im Jahr 2011 (2009: 2885). Demnach leben hierzulande rund 73.000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwäche.

Ein Impfstoff gegen Aids zeichnet sich trotz jahrzehntelanger Suche nicht ab. Aufklärung, Vorbeugung und die Stärkung der Frauenrechte sind wichtige Mittel im Kampf gegen die unheilbare Krankheit.

Autorin: Eleonore Uhlich (dpa, rtr)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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