Weniger Menschen kommen nach Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 13.03.2018
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Migration

Weniger Menschen kommen nach Deutschland

Auf den ersten Blick scheint es, als würden immer mehr Deutsche ihr Heimatland verlassen. Dabei geht der Trend in die andere Richtung. Hintergrund ist eine neue Methode des Statistischen Bundesamts.

In Folge der großen Zuwanderung während der Flüchtlingskrise im Jahr 2016 ist die Einwohnerzahl in Deutschland um 500.000 Menschen gestiegen. Diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Gesamtrechnung von Zu- und Abwanderung. Demnach verließen auch mehr deutsche Staatsbürger das Land als Deutsche zurückkehrten.

Mehr als 1,8 Millionen Menschen waren nach Angaben von Destatis nach Deutschland gezogen. Von ihnen hatten mehr als 1,7 Millionen einen ausländischen Pass. Rund 146.000 Zuwanderer waren Deutsche - entweder Spätaussiedler oder aus dem Ausland zurückkehrende Deutsche. Das bedeutete einen Anstieg um 25.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Größter Zuzug aus Rumänien

Insgesamt sanken die Zuwanderungszahlen zum ersten Mal seit zehn Jahren. Im Jahr 2006 waren 661.855 Menschen nach Deutschland gezogen, 2011 waren es bereits 958.299. Im Jahr 2015 wurde der Höchststand erreicht: 2.136.954 Zugezogene.

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Im Jahr 2016 sank die Zahl der Zugewanderten wegen des abflauenden Flüchtlingsandrangs um 13 Prozent auf 1,86 Millionen. Dabei habe den Behörden zufolge die Schließung der Balkanroute eine Rolle gespielt. Betrachtet man lediglich die Bruttozahlen kam 2016 mit 222.298 Menschen die größte Gruppe aus Rumänien. Aus Syrien kamen 179.435 Menschen, aus Polen 160.677. Auch Afghanistan, Irak und Bulgarien zählen zur Top Ten.

Werden allerdings auch die Fortzüge der jeweiligen Staatsbürger mitberechnet, ergibt sich ein anderes Bild. Von den eingewanderten Rumänen mussten 162.209 Deutschland wieder verlassen. Eine rückläufige Nettozuwanderung gab es zudem insbesondere bei Menschen aus Syrien (auf 146.000 von 298.000 im Jahr 2015), aus Afghanistan (auf 56.000 von 80.000) und aus dem Irak (auf 48.000 von 60.000).

Schweiz ist die beliebteste Wahlheimat

Menschen sind allerdings nicht nur gekommen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen verließen Deutschland im Jahr 2016 - ein Anstieg um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 130.000 von ihnen waren deutsche Staatsbürger. 2015 waren es noch 138.000.

Offiziell heißt es bei Destatis, dass etwa 281.000 Deutsche das Land verlassen hätten. Hintergrund ist eine neue statistische Methode zur Berechnung der wegziehenden Deutschen. Dabei wurden fast 150.000 Deutsche mitgerechnet, die sich zwar ebenfalls abgemeldet hatten, deren neuer Aufenthaltsort jedoch unbekannt ist. Sie könnten also weiterhin in Deutschland leben.

Entscheiden sich Deutsche für eine neue Heimat, gibt es viele Optionen: Die beliebtesten Ziele von deutschen Auswanderern waren die Schweiz (17.650), die USA (12.781) sowie Österreich (10.283). Auch die Türkei, Polen und Australien gehören zur Top Ten.

Vor allem EU-Bürger verlassen Deutschland

Insgesamt wanderte mehr als eine Million Menschen mit ausländischem Pass ab. Mehr als die Hälfte aller Zuwanderer (51 Prozent) hatte einen EU-Pass, während neun Prozent aus anderen europäischen Staaten kamen. Unter den nicht-europäischen Zuwanderern stellten Asiaten mit 26 Prozent die größte Gruppe, während fünf Prozent der Migranten eine afrikanische Staatsbürgerschaft besaßen.

mb/luh/rb (dpa, rtr, epd)

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