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Flüchtlingskrise

Weniger Flüchtlingsankünfte in Italien

Jede Woche wagen Tausende Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer Richtung Europa - oft mit tödlichem Ausgang. Seit Jahresbeginn erreichten Italien nicht ganz so viele Migranten wie ein Jahr zuvor.

23.125 Menschen haben von Januar bis März dieses Jahres versucht Italien über die sogenannte zentrale Mittelmeerroute zu erreichen. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Dies seien deutlich weniger Migranten als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der IOM seien damals 28.942 Menschen über den gefährlichen Seeweg nach Italien gelangt. Das entspricht einem Rückgang um etwa 20 Prozent.

Die Entwicklung der Zahlen hänge nach Aussage der IOM allerdings maßgeblich vom Wetter ab. So legten bei ruhiger See wesentlich mehr Boote vor allem von der libyschen Küste ab. Dabei ertranken auf der gefährlichen Überfahrt erneut zahlreiche Menschen. Bis zum 26. März wurden schon 649 Migranten als tot oder vermisst eingestuft. Demgegenüber sprach die IOM 2016 noch von 714 Toten oder Vermissten zwischen Januar und März - und zwar nicht nur im zentralen Mittelmeer, sondern auch in der Ägäis.

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Migranten hängen in Italien fest

Bis zum Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei Mitte März 2016 kamen die meisten Flüchtlinge mit Booten von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland. Mit dem Pakt und der Sperrung der Balkanroute ging die Zahl der Überfahrten von Migranten auf der Ägäis-Route stark zurück. Erreichten Anfang 2016 noch fast 175.000 Menschen Europa, zählte die IOM bis zum 26. März nur gut 27.000 Angekommene.

Der Zustrom von Migranten vor allem über das Bürgerkriegsland Libyen nach Italien hält aber weiter an. Die sechs Jahre nach dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi weit verbreitete Anarchie in dem nordafrikanischen Staat begünstigt Schlepper, die Zehntausende Menschen oftmals in nicht seetüchtigen Booten auf das Mittelmeer schicken. Tausende überlebten die Überfahrt nicht.

140 totgesagte Flüchtlinge in letzter Minute gerettet

Nach einem Schiffbruch Dienstagnacht wurden rund 140 Menschen erst in buchstäblich letzter Minute aus dem Wasser geborgen, sonst läge die Zahl der für 2017 bereits als tot oder vermisst eingestuften Migranten schon bei fast 800. Die 140 Überlebenden waren schon tot geglaubt worden, als Rettungskräfte einen 16-Jährigen vor dem Ertrinken bewahrten, der sich nur noch an ein Stück Holz klammern konnte.

Da der junge Afrikaner in einem Schockzustand gewesen sei, sei er sich vermutlich nicht bewusst gewesen, dass die anderen Migranten gerettet wurden, teilte IOM-Chef Flavio di Giacomo mit.

myk/stu (dpa, afp)

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