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Wissen & Umwelt

Weniger CO2 durch schmelzende Eisberge

Schmelzende Eisberge fördern das Wachstum von Plankton im Meer und binden somit CO2. Forscher fanden nun heraus, dass dieser Effekt größer ist als bisher angenommen. Das könnte die Erderwärmung verlangsamen.

Durch die Klimaerwärmung schmelzen Eisberge weltweit. Das führt einerseits zwar zu einem steigenden Meeresspiegel - gleichzeitig aber auch zu einem langsameren Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.

Genaueres dazu haben Wissenschaftler von der Universität Sheffield herausgefunden, indem sie über zehn Jahre Satellitenbilder von rund 200 riesigen Eisbergen im Südpolarmeer um die Antarktis analysierten.

Der

Bericht

wurde nun in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht. Die Forscher beschreiben darin den Effekt der vermehrten Planktonbildung im Schmelzwasser und der damit verbundenen Bindung von CO2.

Bekanntes Phänomen

Das nährstoffreiche Schmelzwasser der Eisberge regt das das Phytoplanktonwachstum an. Wächst da Plankton, zieht es Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Und wenn die Pflanzen sterben, nehmen sie es mit in die Tiefen des Ozeans. Dort ist es über mehrere Jahrhunderte oder Jahrtausende gebunden.

Die Planktonbildung und CO2-Bindung durch Eisschmelze sind in der Wissenschaft seit Jahren bekannt, das Ausmaß der jetzt beschriebenen Effekte jedoch noch nicht. "Das scheint viel größer als bisher vermutet", so Studienautor Grant Bigg gegenüber der DW.

Fisch (Foto: Shutterstock).

CO2 macht die Meere sauer, das Ökosystem leidet. Eine Minderung von CO2 wäre auch hier hilfreich.

Gesamteffekt der Eisschmelze noch ungeklärt

Seit Beginn der industriellen Revolution um 1850 stieg die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von damals 280 ppm (parts per Million) auf heute 400 ppm. Derzeit steigt sie sehr schnell, um etwa zwei ppm pro Jahr.

Die schmelzenden Eisberge haben nach Angaben von Bigg einen dämpfenden Effekt auf die zunehmende CO2-Konzentration, "sie bremsen den Anstieg der CO2-Konezntration um fünf bis zehn Prozent pro Jahr" und könnten damit möglicherweise die globale Erderwärmung etwas verlangsamen.

Daneben sind aber noch viele weitere Fragen offen. "Wir haben das Klimasystem noch immer nicht vollständig verstanden. Ich wäre nicht überrascht, wenn es möglicherweise weiter beschleunigende und verlangsamende Effekte bei der globalen Klimaerwärmung gibt", so Bigg.

Langfristige Prognose

Ob die schmelzenden Eisberge in der Gesamtbetrachtung gut oder schlecht für die Stabilisierung der Erdtemperatur sind, bewerteten die Autoren in ihrer Studie nicht.

Bisher wird ein Großteil des Sonnenlichts durch das Eis zurück ins Weltall reflektiert. Schmilzt es weiter, so wird die Erde auch diese Lichtenergie schlucken und damit die Erderwärmung weiter beschleunigen, warnen Experten.

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