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Politik

Weniger als erhofft für den Kampf gegen Aids

Eine große Summe für ein großes Ziel: 17 Milliarden Dollar benötigt der Weltgesundheitsfonds, um die Ausbreitung schwerer Krankheiten weltweit zu stoppen. Am Ende der Geberkonferenz bleibt jedoch eine Milliardenlücke.

In Sambia Haampongo erhält ein aidskrankes Kind seine Gesundheitsakte (Foto: Daniel Scheschkewitz)

Gesundheitsprojekte retten Leben

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria muss in den nächsten drei Jahren mit weniger Geld als erhofft auskommen. Am Ende der zweitägigen Geberkonferenz in New York (05.10.2010) gab es Zusagen in Höhe von 11,7 Milliarden Dollar. Damit steht dem Fonds zwar so viel Geld zur Verfügung wie noch nie, dennoch bleiben die Finanzzusagen hinter den Erwartungen und dem Bedarf zurück.

"Nicht ausreichend"

Malariakranke Männer in einem Hospital in Pailin, Kambodscha (Foto: AP)

An heilbaren Krankheiten sollte kein Mensch mehr sterben müssen

Der angemeldete Finanzbedarf für die Jahre 2011 bis 2013 liegt bei 13 Milliarden Dollar. Mit diesem Budget könnten die bestehenden Programme aufgestockt werden. Das UN-Millenniumsziel sieht jedoch vor, die Ausbreitung von Aids und anderen schweren Krankheiten bis 2015 zum Stillstand zu bringen. Um dieses Ziel wenigsten annähernd zu erfüllen, seien 17 Milliarden Dollar nötig, sagte der Direktor des Globalen Fonds, Michel Kazatchkine. Die zugesagte Summe sei "nicht ausreichend". Nun stünden in den kommenden drei Jahren "schwere Entscheidungen" an.

Das könne die Bemühungen im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria "verlangsamen", sagte Kazatchkine weiter. Entsprechend harsch reagieren die mit den Projekten betrauten Organisationen: Der heutige Tag markiere einen traurigen Wendepunkt im Kampf gegen die gefährlichen Infektionskrankheiten, sagte Jennifer Cohn von Ärzte ohne Grenzen. Millionen Menschen würden nun an heilbaren Krankheiten sterben. Auch das deutsche Aktionsbündnis gegen AIDS zeigte sich enttäuscht.

"Starke Botschaft"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: AP)

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon: "Weitere Millionen erhalten die Chance auf Leben"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mochte den Spendern dagegen kein allzu schlechtes Zeugnis ausstellen und sprach von einer "starken Botschaft" in einer Zeit, "in der so viele Regierungen zuhause den Gürtel enger schnallen". Der Fonds habe seit 2002 mehr als 5,7 Millionen Menschen vor dem Tode bewahrt. Und die zugesagte Summe genüge, um weiteren Millionen die Chance auf Leben zu geben. Weil die Bedürfnisse des Fonds diese Summe in den kommenden Jahren aber wahrscheinlich übersteigen werde, "müssen wir weitermachen, um noch mehr Ressourcen zu mobilisieren", sagte Ban.

Der UN-Generalsekretär dankte ausdrücklich den größten Spendern USA, Frankreich und Deutschland. Allein die USA wollen insgesamt vier Milliarden Dollar bereitstellen. Das entspräche einer Erhöhung um 38 Prozent gegenüber der letzten Geberkonferenz vor drei Jahren, hieß es im US-Außenministerium. Der Global Fund sprach von der "bislang größten Spendenzusage".

"Hohe Priorität"

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (Foto: AP)

Minister Niebel will die deutsche Entwicklungshilfe enger mit dem Globalen Fonds verzahnen

Deutschland will sich als drittgrößter Einzelspender mit 600 Millionen Euro beteiligen. Allerdings steht diese Zusage noch unter dem Vorbehalt des Finanzministeriums. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte, die internationale Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit habe für Deutschland "hohe Priorität". Daher habe die Bundesregierung von 2011 bis 2013 jährlich 200 Millionen Euro zugesagt. Darüber hinaus bot Niebel eine "wesentlich engere Verzahnung" der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit der Arbeit des Globalen Fonds an.

Der 2002 gegründete Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mit Sitz in Genf ist ein Gemeinschaftsprojekt von staatlichen und privaten Institutionen. Von 2008 bis 2010 hatte der Fonds etwa zehn Milliarden Dollar bei Regierungen, Stiftungen und Privatpersonen eingesammelt und davon unter anderem lebensverlängernde Medikamente für 2,8 Millionen Menschen mit HIV in Entwicklungsländern finanziert. Darüber hinaus deckt der Fonds ein Drittel der internationalen Hilfe für den Kampf gegen Malaria ab. Bei der Bekämpfung von Tuberkulose entsprechen die Mittel des Fonds zwei Dritteln der weltweiten Hilfen.

Autor: Rolf Breuch (AFP, dapd, dpa, epd)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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