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Aktuell Deutschland

Wenige Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge

Asylbewerber sollen sich mit dem deutschen Arbeitsmarkt vertraut machen - das war die Idee. Doch das Programm für Ein-Euro-Jobs kommt nicht in Gang. Kein Grund zur Sorge, meint die Bundesagentur für Arbeit.

Ein Mann sitzt auf einem Tisch vor einer Reihe von Waschmaschinen und Trocknern.

Für weniger als einen Euro die Stunde arbeitet ein syrischer Flüchtling in seiner Unterkunft

Das Ein-Euro-Job-Programm für Flüchtlinge läuft eher schleppend. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor, die der "Passauer Neuen Presse" vorliegen. Danach hatten bis zum 25. November lediglich 4392 Flüchtlinge mit einem Ein-Euro-Job begonnen.

Das am 1. August gestartete Programm von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht insgesamt 100.000 solcher Jobs für Flüchtlinge vor. Seit August seien 12.192 Plätze beantragt und 6459 bewilligt worden, heißt es in dem Bericht. Das Programm ist seit August 2016 in Kraft getreten. Es ist für Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive gedacht, die noch auf ihren Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) warten.

Aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit besteht für die langsame Umsetzung des Programms jedoch kein Grund zur Sorge. "Es ist normal, dass es bei solchen Programmen eine gewisse Anlaufzeit gibt", sagte ein Sprecher der Nürnberger Behörde der "Passauer Neuen Presse". Seit Oktober stiegen die Zahlen deutlich. Bei 42 Prozent der bereits an Flüchtlinge vergebenen Ein-Euro-Jobs geht es dem Bericht zufolge um Arbeiten bei staatlichen, kommunalen oder gemeinnützigen Trägern, die sonst nicht in diesem Umfang oder zu diesem Zeitpunkt durchgeführt werden könnten.

Nicht ein Euro, sondern 80 Cent

Die Ein-Euro-Jobs sind auf eine Dauer von sechs Monaten befristet und können bis zu 30 Arbeitsstunden pro Woche umfassen. Hinter den sogenannten Ein-Euro-Jobs versteckt sich im Falle von Flüchtlingen eine tatsächliche Aufwandsentschädigung von nur 80 Cent pro Stunde, im Gegensatz zu den sonst üblichen 1,05 Euro.

Für das Programm stehen bis 2020 jährlich bis zu 300 Millionen Euro zur Verfügung. Bei 42 Prozent der bereits an Flüchtlinge vergebenen Ein-Euro-Jobs geht es um Arbeiten bei staatlichen, kommunalen oder gemeinnützigen Trägern, die sonst nicht in diesem Umfang oder zu diesem Zeitpunkt durchgeführt werden können.

Mit 1398 haben in Baden-Württemberg bundesweit die meisten Flüchtlinge einen Ein-Euro-Job angetreten. In vier Ländern - Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin und Bremen - ist es bislang noch kein einziger.

lf/gri (dpa, kna)

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