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Sport

Wenig Hoffnung auf viele Medaillen

In etwa drei Monaten, am 27. Juli, beginnen die Olympischen Spiele in London. Dem Deutschen Olympischen Sportbund bereiten die Mannschaftssportarten Sorgen. Dennoch das Ziel: genau so viele Medaillen gewinnen wie 2008.

100 Tage noch bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele in London und der Chef de Mission des deutschen Olympiateams, Michael Vesper, ist guter Dinge. "In der Tat kribbelt es, wir stecken mitten in den Vorbereitungen." Bis jetzt stehen 244 deutsche Athleten als Teilnehmer fest. "Wir rechnen mit etwa 400 Athleten", rechnet Thomas Bach vor, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Doch auch er kann nicht leugnen: Das große Sorgenkind sind die Mannschaftssportarten. "Das wird aber weder auf Stimmung noch auf Erfolg einen Einfluss haben."

Bislang sind nur die Hockeymannschaften dabei, die jedoch auf Medaillen hoffen lassen. Weder deutsche Damen- noch Herrenteams sind bei den großen Sportarten vertreten - im Basketball, Fußball, Wasserball und Handball. Die Handballer verpassten sogar erstmals die Teilnahme an den Spielen. Die Volleyballer können sich noch qualifizieren. So oder so – Deutschland wird mit so wenigen Athleten vertreten sein wie noch nie.

Vorgabe: So gut wie Peking 2008

Lena Schoeneborn läuft mit der deutshen Fahne in den Händen die Ehrenrunde. (Foto: Marcus Brandt, dpa)

Lena Schöneborn freute sich 2008 über ihren Olympiasieg beim Modernen Fünfkampf

Für das deutsche Olympiateam liegt die Messlatte dennoch hoch. "Unser Anspruch ist es, in der Weltspitze vorne mit dabei zu sein." Richtschnur sei das Ergebnis von Peking mit 16 Gold-, 10 Silber- und 15 Bronzemedaillen. Vor vier Jahren belegte Deutschland Rang fünf in der Medaillenwertung. Ganz oben auf dem Treppchen stand damals die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn, die bereits qualifiziert ist und den Spielen in London entgegenfiebert. Ganz besonders freue sie sich auf die Eröffnungsfeier, zu der sie extra anreisen wird. "Diese Stimmung unter uns Sportlern, die war so gigantisch, als ob wir uns alle schon ewig kennen würden. So haben wir uns gefreut, als wir dort einmarschiert sind. Das war für mich fast genauso emotional wie die Siegerehrung."

Nachhaltigkeit über die Spiele hinaus

Kompakte Spiele sollen es werden, mit kurzen Wegen. Und – so verspricht Michael Vesper – mit dem für ihn bislang besten und athletenfreundlichsten Olympischen Dorf. Es erinnere eher an eine städtische Siedlung, berichtet Vesper. "Das wird es ja auch nach den Spielen sein. Übrigens auch ein hervorragendes Beispiel für Nachhaltigkeit von Spielen, weil dort, im Osten Londons, im Grunde genommen ein neuer Stadtteil entsteht und ein bestehender Stadtteil massiv aufgewertet wird."

Die ganze Welt wird zuschauen, in 100 Tagen. Ob es dabei für die deutschen Olympioniken etwas zu holen gibt? Als sichere Bank gelten die Reiter, die Kanuten, die Ruderer und die Hockeyteams – ansonsten sind die Medaillenhoffnungen eher rar gesät, weiß auch Thomas Bach. "Die Konkurrenzsituation ist härter denn je." Noch nie – nicht einmal in Zeiten des Kalten Krieges – sei so viel Geld und Knowhow in den internationalen Leistungssport investiert worden wie jetzt. "Das Feld wird ganz eng sein. Aber wir sind zuversichtlich, dass unsere Mannschaft gut vorbereitet, sympathisch und dann auch erfolgreich auftritt."

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