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Aktuell Asien

Wenig Gegenliebe für Karsais NATO-Abzugswünsche

Der afghanische Präsident Karsai will die Verantwortung für die Sicherheit in seinem Land von der NATO bereits ein Jahr früher als geplant übernehmen. Die Reaktionen des Westens auf den Vorschlag sind mehr als verhalten.

Deutschland, die USA und auch die Nato nahmen den Vorstoß Hamid Karsais nach einem früheren Ende des Einsatzes der NATO-geführten ISAF-Schutztruppe am Hindukusch mit großer Zurückhaltung auf. Sie versicherten jedoch, an dem Zeitplan festzuhalten, den NATO-Kampfeinsatz bis 2014 zu beenden.

Verbündete wollen NATO-Plan durchziehen

Washington wolle wie vorgesehen erst 2014 die gesamte Verantwortung für die Sicherheit in die Hände afghanischer Truppen legen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Das sei die Strategie von Präsident Barack Obama, "und daran wird sich gehalten". 2013 solle das US-Militär jedoch auf eine "unterstützende Rolle" am Hindukusch umschwenken.

Auch das Bundesverteidigungsministerium in Berlin bekräftigte den Zeitplan der Nato, der einen Abzug bis zum Jahr 2014 vorsieht. "Wir haben eine Vereinbarung innerhalb des Bündnisses, und die steht", sagte ein Sprecher in Berlin.

NATO-Sprecherin Oana Lungescu sagte in Brüssel, zwar sei es Ziel der Allianz, die Sicherheitsverantwortung so schnell wie praktisch möglich an die afghanische Regierung zu übergeben. Es dürfe aber kein Sicherheitsvakuum entstehen. Die endgültige Entscheidung über die Übergabe der Sicherheitsverantwortung in ganz Afghanistan an Armee und Polizei des Landes werde vom Nato-Gipfel Ende Mai in Chicago getroffen.

Karsai sieht Vertrauensverlust

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Karsai will Truppenabzug früher als geplant

Auslöser für den unerwarteten Vorschlag Karsais waren ganz offensichtlich die tödlichen Schüsse eines US-Soldaten. Nach dem Massaker in der Provinz Kandahar bei dem 16 Menschen starben, darunter Frauen und Kinder, will Karsai möglichst schnell keine ausländischen Soldaten mehr im Land haben, obwohl die eigene Armee noch im Aufbau steckt. Nach seinem Willen sollen ausländische Soldaten außerdem ab sofort nicht mehr in Häuser von Afghanen eindringen dürfen.

Bei einem Gespräch mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Kabul hatte Karsai mitgeteilt, Afghanistan sei bereit schon 2013 und nicht erst 2014 die volle Verantwortung für die eigene Sicherheit von den ausländischen Truppen zu übernehmen.

qu/ml (dpa, rtr, dapd)

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