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Ostmitteleuropa

Wenig Bewegung auf dem Markt für Agrarland in Bulgarien

- Entwicklung erst nach dem EU-Beitritt des Landes erwartet

Sofia, 13.1.2004, 1237 GMT, RADIO BULGARIEN, deutsch

Die Sofioter Tageszeitung "Dnevnik" veröffentlicht heute (13.1.) die jährliche Studie des bulgarischen Landwirtschaftsministeriums über den Zustand des Marktes für Agrarland in Bulgarien. Die Preise waren 2003 stabil und es gab keine wesentlichen Bewegungen. Das Angebot ist weiterhin größer als die Nachfrage, da Land vor allem für die landwirtschaftliche Produktion gebraucht wird. Der Anteil des Landes, der für andere Zwecke gekauft wird, ist zurückgegangen und stellt nur vier Prozent der getätigten Geschäfte dar.

Laut der Studie stellt weiterhin die Zerstückelung des Bodens als Folge der Agrarreform weiterhin ein Hindernis für die Produktion dar und verteuert sie. Das stößt die Investoren ab und wirkt sich negativ auf diesen Markt in Bulgarien aus. Das Hindernis besteht in der Zerstückelung des Bodens, der unter den zahlreichen Erben der Besitzer des Landes vor seiner Kollektivierung aufgeteilt wurde. Das inzwischen geschrumpfte Agrarland ist im Besitz von zwei Millionen Menschen. Dabei ist es auf insgesamt 25 Millionen Parzellen aufgeteilt. Die Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen erwarten Preise, die von der Entfernung zu Infrastrukturprojekten abhängen. Das Landwirtschaftsministerium erwartet die Entwicklung dieses Marktes nach dem Beitritt des Landes zur Europäischen Union. Die bulgarischen Investoren werden dann Schwierigkeiten haben, zu kaufen oder zu pachten, weil es ein viel kaufkräftigeres Interesse aus dem Ausland geben wird und viele der Konkurrenz nicht gewachsen sein werden.

Die Immobilienagenturen erwarten einen Boom des Marktes 2005-2006 unmittelbar vor dem Beitritt zur Europäischen Union und der Verfassungsänderung, die Ausländern erlauben wird, bulgarischen Grund und Boden zu erwerben. Die Parzellen müssen jedoch größer werden, denn sonst wird sich die Lage nicht verbessern können. Die Studie des Agrarministeriums zeigt, dass mehr als die Hälfte der Besitzer einverstanden sind, dass ihr Land zusammengelegt wird. Die gegenwärtige Lage auf dem Markt für Agrarland bezeichnet die Zeitung "Dnevnik" als Ruhe vor dem Sturm. (fp)

  • Datum 13.01.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4Z5C
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