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Aktuell Deutschland

Wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Normalerweise sorgt der Frühling für ein kräftiges Hoch auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In diesem März ist die Zahl der Arbeitslosen jedoch nicht so stark gesunken wie üblich.

Im März waren in insgesamt 2,845 Millionen ohne Arbeit, 66.000 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank nur geringfügig auf 6,5 Prozent.

Im März ist es üblich, dass die saisonalen Veränderungen auf den Arbeitsmarkt besonders durchschlagen. Mit dem besseren Wetter werden wieder mehr Arbeitskräfte auf dem Bau und in der Landwirtschaft gebraucht. In diesem Jahr fiel dieser Effekt aber geringer aus als in anderen Jahren. Die Experten der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg machen dafür den milden Winter zu Jahresbeginn verantwortlich. Dadurch hätten mehr Beschäftige als sonst weiter arbeiten können.

"Insgesamt positiv"

Rechnet man die jahreszeitlichen Schwankungen heraus, blieb die Arbeitslosenzahl konstant. Banken-Volkswirte hatten eine leichte Abnahme erwartet. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, zeigte sich dennoch zufrieden: "Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt weiter positiv entwickelt. Zwar hat sich die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt nicht verändert, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist aber erneut gewachsen."

Arbeitsmarktexperten gehen inzwischen davon aus, dass die Zeit deutlich sinkender Arbeitslosigkeit in Deutschland vorbei sein dürfte. Zu unsicher sind die Aussichten für die Weltwirtschaft, von der der Wirtschaftsstandort Deutschland mit seinen vielen exportierenden Unternehmen stark abhängt. Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben denn auch ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr nach unten korrigiert.

Belastungen im Herbst

Die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen, ein Beratergremium der Bundesregierung, rechnen noch mit einem Wachstum von 1,5 Prozent, andere Ökonomen sehen den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr eher bei 1,3 Prozent. Das dürfte sich auf die Lage am Arbeitsmarkt auswirken.

Eine weitere Belastung kommt in der zweiten Jahreshälfte auf den deutschen Arbeitsmarkt zu. Dann werden viele der Flüchtlinge, die in der letzten Zeit nach Deutschland gekommen sind, nach Arbeit suchen. Das wird sich in den Bilanzen der Arbeitsagentur niederschlagen. Arbeitsmarkt-Experten prognostizieren in der zweiten Jahreshälfte saisonbereinigt einen Anstieg der Erwerbslosenzahlen.

rb/ar/uh (afp, dpa, rtr)