Wem die Deutschen vertrauen | Aktuell Deutschland | DW | 02.01.2018
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Deutschland

Wem die Deutschen vertrauen

Laut einer Studie herrscht in der deutschen Bevölkerung großes Vertrauen zu Polizei, Universitäten, Ärzten und dem eigenen Arbeitgeber. Das Vertrauen in die Medien ist vor allem im Osten gesunken.

Die Polizei, dein Freund und Helfer - dieses positive Bild von unseren Ordnungshütern haben offenbar die meisten Deutschen. Das ist ein Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL zum Vertrauen der Deutschen in nicht-politische Institutionen.

Das größte Vertrauen haben die Deutschen demnach zur Polizei, zu den Universitäten, den Ärzten und ihrem eigenen Arbeitgeber. Deutliche Vertrauensverluste müssen dagegen die auch Bundeswehr (minus 7 Prozentpunkte), der Papst (minus 6 Prozentpunkte) und die Medien (minus 4 Prozentpunkte) hinnehmen. Das Vertrauen in die Institution Schule verzeichnet einen Rückgang um 8 Prozentpunkte. 

Das geringste Vertrauen aber haben die Deutschen in Arbeitgeberverbände, Banken, Versicherungen, Manager, Werbeagenturen sowie zum Zentralrat der Muslime und dem Islam als Religion. Die beiden Kirchen in Deutschland legten minimal mit einem (katholische Kirche) beziehungsweise zwei Prozentpunkten (evangelische Kirche) zu.

Vertrauen in Unternehmen geht zurück

Im Vergleich zum entsprechenden Ranking 2016 sei das Vertrauen zur Polizei und zu den Gewerkschaften größer geworden, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner.

Symbolbild Geschäftsmann (picture alliance/Sven Simon)

Manager genießen derzeit in Deutschland wenig Vertrauen

Die Diskussionen über die Autoindustrie, die Pleite von Air Berlin sowie den geplanten Stellenabbau bei Siemens hätten dagegen das Vertrauen unter anderem in Unternehmen (minus 18 Prozentpunkte) und Manager (minus sieben Punkte) deutlich sinken lassen. "Durch die islamistischen Terroranschläge ist auch das Vertrauen zum Islam (minus 16 Prozentpunkte) und zum Zentralrat der Muslime in Deutschland (minus 15 Punkte) deutlich gesunken", so der Forsa-Chef. Nur neun Prozent der Deutschen halten der Studie zufolge den Islam für vertrauenswürdig.

Deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen

Auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall gibt es zwischen Ost und West auffällige Unterschiede beim Vertrauen in die Institutionen. So schenken Ostdeutsche den Medien und den Kirchen deutlich weniger Vertrauen als Westdeutsche. Nur 16 Prozent der Menschen im Osten trauen dem Fernsehen (Westdeutsche: 30 Prozent), nur 27 Prozent der Presse (Westdeutsche: 43) und 41 Prozent dem Radio (Westdeutsche: 59).

Deutschland Jamaika-Koalition Sondierungsgespräche | Symbolbild Medien (Reuters/A. Schmidt)

Dem Fernsehen vertrauen weniger Menschen in Ostdeutschland als in Westdeutschland

Auch nur 13 Prozent der Ostdeutschen haben Vertrauen zur katholischen Kirche, im Westen sind es mit 30 Prozent mehr als doppelt so viele. Die evangelische Kirche halten der Studie zufolge 34 Prozent Ostdeutschen für vertrauenswürdig. Bei den Westdeutschen gaben dies 50 Prozent der Befragten an. Für das Ranking hatte das Forsa-Institut vom 15. bis zum 20. Dezember 2017 insgesamt 2307 Menschen befragt.

cw/stu (dpa, afp)