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Politik

Weltweite Zusammenarbeit gegen Pandemien

Globalisierung birgt auch globale Seuchengefahr. Das ist Thema des Weltgesundheitstages 2007. Das Netzwerk GOARN soll dazu beitragen, präventiv zu informieren und auf unbekannte Krankheiten angemessen zu reagieren.

Huhn schaut auf Hand mit Spritze

Vorbeugen durch Impfung ist nicht bei allen Krankheiten möglich

Der Weltgesundheitstag findet Jahr für Jahr weltweit am 7. April statt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Der diesjährige Filmspot der WHO erläutert den Zusammenhang zwischen Menschen, Reisen und Krankheitsverbreitung. Es gibt heute kaum einen Ort auf der Welt, von wo aus man nicht eine der großen Metropolen innerhalb von maximal 24 Stunden erreichen kann. SARS hat vor ein paar Jahren so auch in Kanada Fuß gefasst, obwohl die Krankheit in Asien ausbrach.

Gestartetes Flugzeug im Abendrot von hinten betrachtet

Der SARS-Erreger hat sich auf dem Luftweg in der Welt verbreitet

"Es ist schwierig, eine Art Top Ten aufzustellen, aber dennoch kennen wir Krankheiten, die verheerende Folgen weltweit auslösen würden," sagt Christine McNab, Sprecherin der WHO. Eine Influenza-Pandemie könne sich zur weltweiten Katastrophe entwickeln. Deshalb hat die WHO auch eindringlich versucht, alle Staaten zu motivieren, für diesen Fall vorzubeugen. Und heute können wir sagen, dass die Welt weitaus besser gegen eine Pandemie gerüstet ist, als vor wenigen Jahren.

"Früherkennung ist das A und O"

McNab arbeitet in der Zentrale in Genf, wo alle Informationen aus den weltweit 147 WHO-Büros zusammenfließen und von Experten ausgewertet werden. So erstellt die Zentrale eine Art Maßnahmen-Katalog zusammen für den Notfall, der von überall auf der Welt abgerufen werden kann. Wichtig, betont Christine McNab, ist dabei die Arbeit auf lokaler Ebene, auch wenn es um Epidemien oder gar Pandemien geht: "Wenn wir über den Ausbruch von Epidemien reden, dann ist eine Früherkennung das A und O." Es müsse sichergestellt werden, dass sämtliche Gesundheitsmitarbeiter wissen, was es heißt, wenn eine neue, unbekannte Krankheit ausbricht. Es muss ein System vorhanden sein, wo Informationen und Fragen weitergegeben werden können.

Mikroskopische Vergrößerung von HIV-infizierten menschlichen Zellen

Das HI-Virus führt zur tödlichen Krankheit AIDS

Wenn die WHO allerdings von Pandemien und Epidemien spricht, dann geht es auch zum Beispiel um die Folgen eines Atom-Unfalls, einer GAU, oder einer Chemie-Katastrophe. Manche Gefahren sind vom Menschen selbst in die Welt gesetzt worden. Auch das zunehmende Problem der resistenten Krankheitserreger, wie es zum Beispiel bei Tuberkulose immer häufiger vorkommt, stellt eine globale Bedrohung dar. Wie katastrophal sich eine Seuche weltweit ausbreiten kann, sehen wir an HIV, von dem heute 39,5 Millionen Menschen weltweit infiziert sind.

Globales Frühwarnsystem

Für den Ernstfall hat die WHO GOARN ins Leben gerufen - das Global Outbreak Alert and Response Network - oder übersetzt: Globales Warn- und Maßnahmen-Netzwerk für Epidemien. GOARN ist ein Netzwerk von internationalen Experten, die alle mit Seuchen arbeiten und abrufbereit sind, egal wo und wann eine Epidemie droht. "In den letzten sieben Jahren hat GOARN-Partner ihre Expertise in ungefähr 90 Fällen zur Verfügung gestellt, die wir als Fälle mit globaler Gefährdung eingestuft haben," berichtet McNab. Es war tatsächlich GOARN und eine sehr gute internationale Partnerschaft, die eine angemessene Reaktion ermöglichte.

Doch eins breitet sich im Falle einer Epidemie oder Pandemie noch schneller als ein Virus aus: Panik, die jede Handlungsfähigkeit erlahmen lässt und zu falschen Reaktionen führen kann. Um so wichtiger, dass Information auf allen Ebenen beim Ausbruch einer Epidemie im Zentrum steht. Die neue, überarbeitete internationale Gesundheitsverordnung, die im Juni 2007 in Kraft tritt, wird der WHO bessere Möglichkeiten geben, wenn es um schnelle und sachliche Aufklärung geht.

Nach den neuen Bestimmungen muss eine Regierung die WHO alarmieren, wenn eine Seuche ausbricht. Die neuen Bestimmungen sind ein Instrument gegen Panik, meint Christine McNab, denn Panik entsteht vor allem dann, wenn Menschen vor dem Unbekannten Angst haben. Die Gesundheitsbehörden, Politiker und auch die WHO haben die Verantwortung, den Menschen so früh wie möglich die beste Information zu geben. Über das, was sie wissen - und auch was nicht.

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