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Nahost

Weltweite Wut

Hunderttausende von Menschen in aller Welt haben am Donnerstag (20.3.2003) empört, wütend und enttäuscht gegen den Angriff auf den Irak demonstriert.

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Die meisten Menschen waren in Deutschland auf den Straßen

In Deutschland strömten spontan rund 200.000 Menschen auf die Straßen und formierten dutzende friedliche Demonstrationszüge. In Berlin protestierten mittags 50.000 meist jugendliche Kriegsgegner, abends waren es nochmals etwa 20.000. Am Abend folgten bundesweit Zehntausende den Aufrufen der Friedensbewegung sowie der Gewerkschaften und Kirchen. Bundespräsident Johannes Rau mahnte während des Besuchs in einer Berliner Schule zu Ausgewogenheit. Er begrüßte aber auch Kundgebungen, soweit sie persönliche Sorgen ausdrückten.

Schulfrei für die Demonstrationen

In Frankfurt bildeten mehr als 3.000 Menschen einen Protestzug zum US-Konsulat. In Dresden versammelten sich mehr als 8.000 Menschen, am Münchner Marienplatz demonstrierten am Abend rund 4.000 Menschen für den Frieden und zogen vor das US-Konsulat; auch auf dem Nürnberger Altstadtring demonstrierten mehrere Tausend.
In Nordrhein-Westfalen gingen, wie etwa in Köln und Oberhausen, die Schüler auf die Straße. Auch in Stuttgart, Freiburg, Rostock, Kassel, Frankfurt und Saarbrücken gab es große friedliche Schülerproteste.

Demonstrationen in Nahost, Ruhe am Golf

Demonstration in Palästina gegen Irak Krieg

Dagegen warfen in Kairo Demonstranten mit Steinen und Eisenstangen auf Sicherheitskräfte und stürzten Autos um. Mit Wasserwerfern wurden die Protestierenden in Kairo von der amerikanischen und britischen Botschaft fern gehalten. Ihr Zorn richtete sich auch gegen die arabischen Regierungen, die den Golfkrieg nicht verhindert hätten. Zehn Demonstranten und vier Polizisten wurden verletzt. Auch in Amman, Damaskus und dem Gaza-Streifen gab es antiamerikanische Proteste. Dort setzten sich der "Islamische Jihad“ und die Hamas an die Spitze der Proteste und drohten den USA und ihren Verbündeten mit Rache. Anders als 1991 stellte sich die palästinensische Führung nicht auf die Seite Saddams. In den Golfstaaten hingegen blieb die Lage auf den Straßen ruhig.

Spontane Proteste in Frankreich und Griechenland

Demonstration in Spanien gegen Irak Krieg

In Madrid feuerte die Polizei mit Gummigeschossen auf Studenten, die eine Hauptstraße blockierten. In Barcelona flogen Eier, Tomaten, Batterien und Ziegel auf die Zentrale der Volkspartei von Ministerpräsident Jose Maria Aznar, der den US-Kurs unterstützt. In Paris riefen mehr als 70 Verbände, Gewerkschaften und Parteien zu einer Großkundgebung für den frühen Abend auf.

In Athen protestierten mehr als 100.000 meist junge Menschen vor der US-Botschaft und skandierten Parolen wie "Nein zum Krieg“. In Italien strömten Zehntausende auf die Straßen, in der Schweiz machten 40.000 Schüler mobil. Rund 5.000 Schüler machten Ihrem Unmut vor dem Londoner Parlamentsgebäude Luft. Auch in anderen britischen Städten gingen Schüler auf die Straßen. Steine wurden in Brüssel auf die US-Botschaft geworfen.

In den USA blieb es ruhig

Aus Protest gegen den Krieg verbrannten Demonstranten in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, amerikanische und britische Fahnen. Demonstrationen gab es weiter im australischen Sydney und den palästinensischen Autonomiegebieten. Zwar wurde auch in den USA zu Anti-Kriegs-Kundgebungen aufgerufen, dort gab es jedoch nur verhaltene Proteste, 40.000 Demonstranten legten hingegen Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne lahm. Die australische Regierung unterstützt den Kurs der USA und hat Spezialeinheiten an den Golf entsendet. (dk)

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