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Aktuell Deutschland

Weltweite Lesung für Liu Xiaobo

Das Internationale Literaturfestival Berlin hat eine weltweite Lesung von Werken des inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo organisiert. Liu wurde 2009 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein Portrait-Foto des inhaftierten chinesischen Dissidenten und Bürgerrechtler Liu Xiaobo (Foto: dpa)

Liu Xiaobo

Unter dem Motto "Freiheit für Liu Xiaobo" beteiligen sich rund 150 Institutionen in 40 Ländern an der Lesung, die unter anderen von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller unterstützt wird. Gelesen wurde auch aus der "Charta 08", die tiefgreifende politische Reformen in China fordert und zu deren Mitverfassern Liu Xiaobo zählt.

Ziel der weltweiten Lesung sei es, Liu Xiaobos Werke einem größeren Publikum bekannt zu machen, erklärte das Literaturfestival. Die Welt müsse daran erinnert werden, dass ein begnadeter Schriftsteller und Nobelpreisträger nach wie vor in China gefangen gehalten werde.

Zu den deutschen Unterstützern der weltweiten Lesung zählen unter anderem der WDR, die Stadtbücherei Frankfurt am Main, das PEN-Center Germany in Darmstadt und das Theater Pforzheim.

#video#Symbolfigur der chinesischen Regierungskritiker

Der Schriftsteller Liu Xiaobo ist einer der bekanntesten Kritiker des kommunistischen Machtapparats in China. 2008 wurde er festgenommen und ein Jahr später wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt. Selbst als er 2010 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, durfte er zur Verleihung nicht nach Oslo ausreisen. Bei der Zeremonie zur Preisübergabe symbolisierte ein leerer Stuhl die Tatsache, dass er von der chinesischen Justiz inhaftiert wurde.

Der 1955 in Changchun in Nordostchina geborene Autor war der Regierung schon seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. Ungeachtet aller Einschüchterungen durch die Staatssicherheit hatte er immer wieder seine Stimme für politische Reformen erhoben.

Schon vor seiner Festnahme war Liu Xiaobo mehrfach im Gefängnis. Bereits nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 kam er fast zwei Jahre hinter Gitter. Er hatte das Vorgehen der Studenten verteidigt und eine Aufklärung des Massakers gefordert. Liu verlor dabei auch seinen Posten als Dozent an der Universität. Nach seiner Haftentlassung wurde er wieder in der Dissidentenszene aktiv. 1996 landete er für drei Jahre in einem Umerziehungslager.

hf/se (dpa, afp)