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Politik

Weltweite Erleichterung über Mubarak

Der Druck auf Husni Mubarak war zuletzt immer größer geworden. Entsprechend groß ist die internationale Erleichterung über seinen Rücktritt.

Der bisherige ägyptische Staatschef Mubarak und US-Präsident Obama (Foto: AP)

Ende einer guten Beziehung: Mubarak und Obama

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Rücktritt des ägyptischen Staatschefs Mubarak als Beginn des Übergangs zur Demokratie in dem Land. Mubarak habe auf die Sehnsucht seines Volkes nach Wandel reagiert, erklärte Obama am Freitagabend (11.02.2011) in einer Fernsehansprache. Auf dem Weg zu freien und fairen Wahlen habe Ägypten allerdings noch schwierige Zeiten vor sich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle

Boten deutsche Hilfe an: Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle

Die Bundesregierung zeigte sich erfreut über die Entscheidung Mubaraks. "Wir sind alle Zeugen eines historischen Wandels", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Mubarak habe seinem Land mit dem Rücktritt einen letzten Dienst erwiesen. Auch Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "historischen Umbruch" in Ägypten. Die Bundesregierung bot der künftigen ägyptischen Spitze die Unterstützung Deutschlands an.

Freie Wahlen gefordert

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, der Rücktritt Mubaraks sei im Interesse der Bevölkerung. "Die Stimme des ägyptischen Volkes, insbesondere der jungen Menschen, wurde gehört, und es ist an ihnen, die Zukunft des Landes zu bestimmen." Die EU-Außenbeauftragte Catherina Ashton sagte, mit seiner Entscheidung habe Mubarak "den Weg für schnellere und tiefgreifendere Reformen" frei gemacht. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nannte Mubaraks Entscheidung "mutig und notwendig" und rief zu freien und fairen Wahlen in Ägypten auf.

China zeigt sich zurückhaltend

Chinesischer Polizist mit einem Demonstranten, der eine Fahne trägt. (Foto: AP)

China erstickt jedgliche Proteste gegen die Regierung sofort

China hat im Gegensatz zu den westlichen Ländern zurückhaltend auf den Machtwechsel in Ägypten reagiert. Die Regierung in Peking habe den Wandel in Ägypten genau verfolgt und hoffe, dass die jüngste Entwicklung dem Land helfe, zu Stabilität und Normalität zurückzukehren, erklärte das Außenministerium am Samstag (12.02.2011). China gehe davon aus, dass die freundschaftlichen Beziehungen zu Ägypten auf gesunde und stabile Art fortgeführt werden.

In dem ersten größeren Bericht der chinesischen Staatsmedien zum Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak warnte die Zeitung "China Daily" vor einer Einmischung aus dem Ausland. Nach dieser außergewöhnlichen Entwicklung müsse alles getan werden, um Stabilität und Ordnung zu sichern, hieß es in dem Blatt. "Jeder politische Wandel wäre bedeutungslos, wenn das Land am Ende ein Opfer von Chaos wird." Dies sei auch eine Gefahr für Frieden und Stabilität in der ganzen Region. Im Staatsfernsehen wurde der Rücktritt Mubaraks ohne Kommentar vermeldet. Bilder von den jubelnden Menschenmassen in Kairo wurden nicht gezeigt.

Autor: Marko Langer, Annamaria Sigrist (dpa, rtr, afp)
Redaktion: Stephan Stickelmann