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Aktuell Welt

Weltweite Demonstrationen für den Klimaschutz

Von Melbourne bis New York: Kurz vor dem UN-Klimagipfel demonstrieren Hunderttausende weltweit für einen besseren Klimaschutz. Die Veranstalter sprechen von der "größten Klima-Demonstration aller Zeiten".

Allein in New York gingen laut den Organisatoren mehr als 310.000 Menschen auf die Straße. Ein rund drei Kilometer langer Demonstrationszug bewegte sich vom Central Park in die Nähe des Hudson-Rivers. An der nach Angaben der Veranstalter "größten Klima-Demonstration aller Zeiten" nahmen auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio teil. Die New Yorker Veranstaltung war der Höhepunkt eines weltumspannenden Netzes mit 2700 Veranstaltungen in 158 Ländern. Weltweit demonstrierten rund 600.000 Menschen für einen wirksamen Schutz des Klimas, so die Veranstalter.

Demonstrationen in Berlin und Melbourne

In Berlin forderten rund 10.000 Menschen verschärfte Klimaziele und einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Das Motto der drei Protestzüge zum Brandenburger Tor lautete: "Mal schnell die Welt retten". Bei der "Silent Climate Parade" tanzten Menschen lautlos - mit Kopfhörern - für mehr Klimaschutz, auch Radfahrer und Kinder mit ihren Familien waren unter den Demonstranten.

Den Auftakt hatte Australien gemacht, wo in Melbourne rund 30.000 Umweltaktivisten auf die Straße gingen. Sie kritisierten vor allem ihren Regierungschef Tony Abbott, der als erster eine eingeführte Kohlendioxid-Abgabe für große Energieverbraucher wieder abgeschafft hat. "Tony, Du stehst bald an der Klimaklippe", stand auf einem Plakat in Melbourne. Auch im australischen Cairns, wo die Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) tagten, kamen Demonstranten zusammen.

Klimawandeldemonstration in Berlin (Foto: DPA)

In Berlin demonstrierten 10.000 Menschen für besseren Klimaschutz

Hoffnung auf neuen Schwung beim Klimaschutz

Koordiniert hatte die Klima-Märsche die Organisation Avaaz, die sich als weltweite Bürgerbewegung versteht. Ihre aktuelle Online-Petition zum Klimaschutz haben bislang mehr als 1,7 Millionen Menschen unterzeichnet.

Zum UN-Klimagipfel am Dienstag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama. Die Veranstaltung ist offiziell nicht Teil der Verhandlungen für einen Weltklimavertrag, soll dem Prozess aber neuen Schwung verleihen. Der Klimavertrag soll Ende 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Auch die USA und China, die sich gegen verbindliche CO2-Minderungsziele sperren, sollen mitmachen, damit das Ziel erreicht wird, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen.

Deutschland hat Vorreiterrolle

Kurz vor seiner Abreise zum UN-Klimagipfel warnte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vor dramatischen Folgen des Klimawandels. "Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Überlebensfragen der Menschheit", sagte Müller der Tageszeitung "Welt". "Wer das jetzt nicht versteht, wird teuer dafür bezahlen müssen."

Müller sieht Deutschland beim Klimaschutz in einer Führungsrolle. "Deutschland ist Exzellenzregion, wenn es um Klimaschutz geht", sagte er. Deutsches Wissen und Knowhow würden in Schwellen- und Entwicklungsländern dringend benötigt. "Mit jedem Euro, den wir hier investieren, sparen wir vier Euro, die wir in Zukunft für Umweltschäden ausgeben müssten."

Müller vertritt die Bundesregierung gemeinsam mit Umweltministerin Barbara Hendricks beim Klimagipfel in New York. Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt nicht am Gipfel teil.

cr/gmf (afp, dpa)