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Afrika

Weltweit weiterbilden mit E-Learning

Computer hochfahren, Kopf einschalten und lernen – so sieht Bildung im 21. Jahrhundert aus. Die deutsche Organisation Inwent hat die E-Learning-Plattform entwickelt. Weltweit können sich Nutzer via Internet weiterbilden.

Jugendliche E-Lerner vor Computerbildschirmen (Foto: DW)

Computer hochfahren, Kopf einschalten, lernen - die Weiterbildung der Zukunft

Theo Salifu Chia hat einen guten Job in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns. Der 49-Jährige arbeitet als Ingenieur für eine große Radio- und Fernsehproduktionsfirma. Doch das reichte Chia nicht: Er wollte sich weiterbilden und stieß so vor vier Monaten auf die E-Learning-Angebote der deutschen Entwicklungsagentur Inwent. Seitdem sitze er auch nach der Arbeit noch vor dem Computer, erzählt Chia. "Ich habe im Moment noch berufliche Verpflichtungen. Darum ist interessant für mich, dass ich meinen Job behalte, gleichzeitig lerne und das Gelernte in meinen Job einbringen kann. "

Chia hat schon zwei Kurse hinter sich: Betriebsführung und Wissensmanagement. Und er will weitermachen, denn das Angebot an Kursen wird durch die neue E-Academy von Inwent noch größer. 35 verschiedene Kurse gibt es bereits, im Laufe des Jahres sollen 25 weitere hinzukommen. Bernd Schleich, der Geschäftsführer von Inwent, will damit weiter auf Entwicklung durch neue Medien setzen. Zwar ersetze das Netz kein Face-to-Face-Lernen, sagt Schleich. "Aber das Internet ergänzt es, und es macht in vielen Bereichen etwas möglich, was in der Vergangenheit überhaupt nicht möglich war."

Was nichts kostet, ist auch nichts wert?

Bei der E-Academy können sich Interessenten einfach online einschreiben und verschiedene Lernmethoden wählen: Selbstlernkurse oder Onlinekurse, die durch virtuelle Kommunikation mit Dozenten begleitet werden.Es gibt Angebote in den verschiedensten Bereichen: Von Menschenrechten über Gesundheitsmanagement bis zum nachhaltigen Wirtschaften. Dabei dauern die Kurse zwischen einem und drei Monaten.

(Foto: Inwent)

Die neue E-Academy von Inwent: Online einschreiben, Lernmethode wählen, los geht die Weiterqualifikation via Internet - echte Dozenten begleiten virtuell die Onlinekurse.

Einige wenige sind kostenfrei, doch die meisten müssen bezahlt werden und kosten bis zu 500 Euro. Günther Podlacha, der Leiter für E-Learning-Programme bei Inwent, ermutigt Menschen mit wenig Geld, sich auf die Stipendien bei Inwent zu bewerben. An den Gebühren will er festhalten. "Unsere Erfahrung zeigt, dass Kurse, die nichts kosten, auch ganz häufig von den Teilnehmenden abgebrochen werden." Von daher werde bereits seit Jahren zumindest ein kleiner Beitrag erhoben.

Langsame Verbreitung des Internets im südlichen Afrika

Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium. Aufnahme vom 12.03.2010 (Foto: DW)

Zu wenig, zu teuer: Beim Internet in Afrika sieht Staatssekretär Beerfeltz Handlungsbedarf

Neben den Gebühren hat E-Learing noch einen weiteren großen Haken: Trotz der rasanten Verbreitung des Internets in der westlichen Welt geht es in vielen Entwicklungsländern nur langsam voran. Da bestehe Handlungsbedarf, sagt Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Entwicklungsministerium. Denn im Afrika südlich der Sahara habe noch weniger als 50 Prozent der Bevölkerung überhaupt Zugang zu irgendeiner Form von neuen Medien, so Beerfeltz. " Und die Mehrheit dieser in Armut lebenden Menschen hat auch noch das Problem, das ein DSL-Anschluss, der beispielsweise in Deutschland rund 30 Euro im Monat kostet, in Nigeria ungefähr 600 Euro kostet." Trotzdem setzt Inwent schon seit zehn Jahren auf E-Learning und konnte bereits 60.000 Menschen auf der ganzen Welt erreichen. Schon jetzt kommen 40 Prozent der Teilnehmer kommen aus Afrika.

Theo Salifu Chia aus Kamerun ist sicher, dass es durch die neue E-Academy noch mehr werden. Der Ingenieur hat in seinen zwei Kursen schon viel gelernt - und will jetzt noch einen Finanzwirtschaftskurs belegen. Dann kann er seinen Traum verwirklichen und als Consultant in seiner eigenen Firma sein eigener Boss werden.

Autor: Adrian Kriesch

Redaktion: Sven Töniges

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