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Bildung

Weltweit vernetzt im Fernstudium

Sie diskutieren, schreiben und lernen im Netz: Immer mehr Berufstätige nutzen Fernstudiengänge, um sich fortzubilden - und das sogar über Ländergrenzen hinweg.

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An Herausforderungen mangelt es derzeit in Kismet El Sayeds Leben nicht. Das liegt einmal an der Revolution in ihrem Heimatland, die die 36-jährige Ägypterin als Journalistin für das Online-Magazin 'Al-Masry Al-Youm' (Ägypten Heute) hautnah miterlebt. Das liegt zum anderen aber auch daran, dass die studierte Politologin aus Kairo sich im Herbst 2011 entschied, eine Weiterbildung zur Medienmanagerin zu beginnen. "Ich habe nach etwas gesucht, was ich neben meinem Beruf machen kann", sagt Kismet. "Denn ich kann es mir nicht leisten, nur zu studieren."

Fündig wurde Kismet nicht in Ägypten, nicht an renommierten Universitäten in den USA, sondern in Berlin. Im Oktober 2011 begann sie an der dortigen Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) einen internationalen Fernstudiengang, der offizielle Titel: Executive Master in International Media Innovation Management (IMIM). Das zweijährige Studium für zukünftige Medienmanager schließt mit einem anerkannten Master-Abschluss ab. Die Unterrichtssprache ist Englisch und der überwiegende Teil des Lernpensums wird online bewerkstelligt. Entweder im Selbststudium oder zusammen mit anderen Studierenden und Professoren durch Web-Seminare, sogenannte Webinare.

Studieren, lernen und arbeiten - weltweit vernetzt

Kismet El Sayed, 36-jährige ägpytische Journalistin, die einen Online-Fernstudiengang für Medienmanager an der DUW Berlin von 2011 bis 2012 belegt (Foto: DW)

Kismet El Sayed

Für Kismet ist das nicht nur praktisch, sondern es ist auch die Zukunft des Lernens. "Ich glaube an das Studieren im Netz, weil lernen mehr ist als nur jeden Tag seine Stunden in einem Seminarraum einer Universität abzusitzen", sagt sie selbstbewusst. Wie der ägyptischen Journalistin geht es heute vielen Berufstätigen. Sie wollen ihre Chancen im Job verbessern, internationaler arbeiten und entscheiden sich deshalb für ein Fernstudium.

Knapp 400.000 Deutsche sind mittlerweile sogenannte "Distance E-Learner". Tendenz steigend, wie die Veranstalter eines deutschlandweiten Fernstudientags am 24. Februar betonen. An diesem Tag machen viele Hochschulen und Institute auf ihre Fernstudienangebote aufmerksam, darunter auch die DUW. Im Gegensatz zu anderen Weiterbildungsinstituten setzt die Berliner Organisation dabei nicht nur auf deutsche, sondern auch auf ausländische Studierende.

Führungskräfte mit internationalem Blick

Professor Ada Pellert, Präsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) in Berlin (Foto: DW)

DUW-Präsidentin Ada Pellert

"Die Absolventen unseres internationalen Medienstudiengangs sind Akteure und Akteurinnen des Wandels", sagt DUW-Präsidentin Ada Pellert. "Sie haben die sich ändernde Medienlandschaft nicht nur verstanden, sondern sie können sie aktiv mitgestalten." Ein Grund, warum in Zukunft Medienunternehmen weltweit ihren Führungskräftenachwuchs hier rekrutieren sollten, so die optimistische Hoffnung der Professorin.

Vom Management-Nachwuchs hat sie indes schon ein klares Bild: wer ihren Online-Campus verlässt, der ist international vernetzt, lebt am Puls des technischen Wandels und besitzt genügend Management-Kenntnisse, um ein Medienunternehmen auch durch stürmische Zeiten zu lenken.

Diskussionen per Videokonferenz

Gebäude der DUW in Berlin in Berlin-Dahlem (Foto: DW)

Gibt es nicht nur im Netz: Die DUW in Berlin

Nicht zuletzt deshalb diskutieren die Studierenden schon jetzt via Videokonferenz über Medienökonomie, Medienethik und Medienrecht. Sie nutzen dabei Facebook, Twitter und Skype – alle Informationskanäle sind erlaubt, ja sogar erwünscht. Vier Seminare bringen die vierzehn weltweit verstreuten Netzstudierenden aus acht Nationen dann aber ganz real zusammen, bei bis zu zehntägigen Intensivkursen in Deutschland, Österreich, Spanien und einmal sogar in den USA.

Zwischen den Seminaren werden gemeinsame Projekte realisiert, koordiniert und realisiert über soziale Netze. "Das Programm ist so angelegt, dass wir zum gemeinsamen Arbeiten quasi gezwungen werden, auch wenn wir nicht am gleichen Ort sind", erzählt Kismet. Damit beim digital unterstützten Lernen aber alles ineinandergreift, braucht es eine Beratung, die nicht beim Erklären von Studieninhalten stehenbleibt. Daher sollten sich die Professoren als Ideen- und Impulsgeber verstehen und die Studierenden als gleichberechtigte Partner sehen, betont Ada Pellert.

Fernstudium im Revolutionswirrwarr

Ein hehres Ziel, das sowohl vom Lehrpersonal wie von den Studierenden viel Disziplin verlangt, und nicht zuletzt einen exakt geführten Terminkalender, sagt Pellert: "Wenn sie wirklich in diesem Bermuda-Dreieck Beruf, Familie und Bildungsleben überleben wollen, dann müssen sie schon ein gutes Projektmanagement entwickeln."

Für Kismet El Sayed im ägyptischen Revolutions-Wirrwarr ist das aber wohl die größte Hürde auf dem Weg zum erfolgreich abgeschlossen Fernstudium. Denn planbar ist bei ihr angesichts sich täglich verändernder Rahmenbedingungen zur Zeit nichts. Dennoch will sie mit aller Kraft dranbleiben, träumt sogar schon davon, mit ihrem Wissen den Wandel später selbst voranzutreiben. "Ich möchte wirklich, dass es zukünftig mehr solcher Programme auf Arabisch gibt."

Autor: Richard A. Fuchs
Redaktion: Sabine Damaschke

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