Weltweit on tour: Showlaser aus Bochum | Wirtschaft | DW | 26.08.2013
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Wirtschaft

Weltweit on tour: Showlaser aus Bochum

Das tarm Lasershow-Team aus Bochum inszeniert spektakuläre Lichtshows rund um den Globus. Von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 in Athen bis zu Konzerten von Stars wie Robbie Williams.

Das Bild (links) zeigt einen einen Kampf von Vladimir Klischko. Foto: Tarm Lasershow GmbH

Kampf von Vladimir Klischko

Die tarm Lasershow GmbH aus Bochum hat schon einige Ereignisse quer über den Globus ins rechte Licht gesetzt. Kunden können sich davon im abgedunkelten Vorführstudio überzeugen. Verschiedenfarbige Lichtblitze zucken durch den Raum, vereinigen sich zu Strahlenbündeln, bilden Kreise und Quadrate. Oder zeichnen Figuren wie die des Boxweltmeisters Vladimir Klitschkow für Sekunden ins Dunkle oder tauchen Popstar Robbie Williams in eine überwältigende, sich schnell verändernde Farbkulisse. In jeder Show, sagt Kai Kasprzyk, der am Computer die Inszenierung steuert, "kommt es darauf an, wie man die Effekte platziert. Ob man mit Tänzern oder Projektionen arbeitet oder auch mit Tänzern oder diversen Spezialeffekten."

Lichtfeuerwerk für die Sinne

Die tarm Lasershow GmbH gehört weltweit zu den führenden Anbietern auf diesem Sektor. Gefragt sind die deutschen Experten von den USA bis zu den Arabischen Emiraten. Dort hat man zum Beispiel für den Dubai World Cup, das teuerste Pferderennen der Welt, eine beeindrucke Lasershow abgeliefert. Um die Pferde nicht scheu zu machen, erinnert sich Kai Kasprzyk, konnten die Veranstalter schließlich kein Feuerwerk abbrennen. Also kam das tarm-Team vor dem Rennen zum Einsatz.

Pro Jahr inszeniert die fünfköpfige Mannschaft bis zu 30 Laserlichtspiele rund um den Globus. Immer individuell zugeschnitten auf die Anlässe und Wünsche der Kunden. So müsse man etwa bei arabischen Auftraggebern, sagt Firmengründer Ralf Lottig, schon auf einen besonderen Geschmack eingehen. "Die lieben es halt wirklich groß und bunt."

Gebucht von Unternehmen und Parteien

Mitgestaltet haben Lottig und seine Mannschaft auch medial weltweit übertragene Großereignisse. Zum Beispiel die Eröffnungs- und Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Vancouver. Einschließlich einer kleinen Lasershow bei der Verleihung der Medaillen an die Gewinner. Auch bei den Commonwealth-Spielen 2010 im indischen Delhi setzte das Bochumer Unternehmen die Eröffnungsfeier ins rechte Laserlicht.

Das Bild (links) zeigt einen Blick in das Stadion von Delhi bei den Commenwealth-Spielen 2010. Foto: Tarm Lasershow GmbH

Lasershow im Stadion von Delhi bei den Commenwealth-Spielen 2010

Zu den bisherigen Höhepunkten zählt für Ralf Lottig nach wie vor die Gestaltung der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen. Gefragt sind die deutschen Lasershow-Designer aber auch bei den Auftritten von Stars im internationalen Musikgeschäft. Den Anfang machte die legendäre britische Band Pink Floyd. Heute heißen die Kunden unter anderen Robbie Williams und David Guetta.

Doch nicht nur Musikgrößen suchen die Lichtinszenierung per Laser, sondern Konzerne, große Fußballvereine und Parteien. Und jeder hat andere Ansprüche. Ganz wichtig sei dabei immer, betont Ralf Lottig, die passende Auswahl der Begleitmusik. Manchmal habe der Kunde konkrete Wünsche. In den meisten Fällen aber haben die Lichtmeister freie Hand.

"Da greifen wir relativ häufig auf Filmmusiken zurück. Die eignen sich eigentlich sehr gut dafür. Und wenn es dann ganz speziell wird, lassen wir dann auch Musik für eine Veranstaltung komponieren." Das Gesamtpaket muss schließlich stimmig sein. Und dazu gehören neben der Musik auch Spezialeffekte. Etwa Tänzer wie bei der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises, dem Echo. Die Akteure werden von tarm nicht nur in einem Strahlengewitter samt Nebelschwaden ausgeleuchtet. Entwickelt hat man für die Tänzer inzwischen auch eine Laserjacke, auf deren Rücken sich bis zu 40 kleine Laserdioden befinden, die das optische Spektakel bereichern.

Das Bild (links) zeigt einen Ausschnitt aus der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele von Athen. Foto: Tarm Lasershow GmbH

Lichtspiele bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele von Athen

Mit dem Laser auf den Berg

Die jeweilige Show selbst entsteht nach den Worten von Firmengründer Lottig am Computer im Bochumer Studio. "Vom Timing her ist die Show fertig. Was wir vor Ort dann machen müssen, ist die ganze Sache den Räumlichkeiten anzupassen." Also entweder einer großen Halle, einem Stadion, einer Firmenpräsentation oder einem Bergmassiv. Selbst über eine Distanz von 1,5 Kilometer zaubern die Spezialisten gestochen scharfe Laserprojektionen auf eine Felswand.

Für aufwändige Aufträge transportiert das Team aus Bochum fast fünf Tonnen Ausrüstungsmaterial an den Veranstaltungsort. Der Großteil des Gewichts entfällt übrigens nicht auf die Laser, sondern auf die Kombinationen aus Gebläsen und Nebelmaschinen. Die Leistung der eingesetzten Laser beginnt bei fünf Milliwatt und geht hoch bis zu 25 Watt. Für Laien mag das nicht sonderlich beeindruckend klingen. Allerdings genügen bei einem 25 Watt-Laserstrahl schon Bruchteile von Sekunden, um eine Zigarette in Brand zu setzen. Der Stromverbrauch dagegen entspricht dem eines handelsüblichen Föns zum Haare trocknen. Werbung betreibt tarm übrigens nicht. Denn: man braucht sie nicht. Das Unternehmen, das jährlich einen Umsatz von rund einer Million Euro erzielt, wird aufgrund der bewiesenen Kompetenz rund um den Globus gebucht.