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Aktuell Asien

Weltsicherheitsrat verurteilt verunglückten Raketenstart

Obwohl fehlgeschlagen ist der Raketenstart Nordkoreas international kritisiert worden. Der Weltsicherheitsrat verurteilte ihn als Verletzung bestehender Resolutionen. Aber das ist nur ein erster Schritt.

U.S. ambassador to the United Nations Susan Rice speaks to the media about issues in Syria, North Korea and Guinea Bissau after Security Council consultations at the United Nations in New York April 13, 2012. The U.N. Security Council deplored on Friday North Korea's failed bid to launch a long-range rocket but said it would continue talks on an appropriate response to the actions of the hermit state, Susan Rice said. REUTERS/Allison Joyce (UNITED STATES - Tags: POLITICS)

UN Susan Rice nach Sicherheitsrattreffen

Das höchste Gremium der Vereinten Nationen verständigte sich bei seiner Dringlichkeitssitzung lediglich auf eine Rüge. Auf eine schärfer formulierte Antwort konnten sich die Mitglieder noch nicht einigen. Man berate weiter über eine angemessene Reaktion, teilte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice nach den gut zweistündigen Beratungen in New York mit. Wie diese aussehen könnte, wollte sie nicht sagen. Auch zu möglichen neuen Sanktionen äußerte sie sich nicht.

Der Sicherheitsrat hatte 2006 und 2009 Entschließungen gegen das nordkoreanische Raketenprogramm verabschiedet, in denen das kommunistische Land aufgerufen wird, jegliche Raketenstarts "unter Verwendung ballistischer Raketentechnologie" zu unterlassen.

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Nordkoreas Raketentest gescheitert

China und Russland mahnen zur Ruhe

Während Russland und China zur Mäßigung aufriefen, hatten westliche Länder auf eine formelle Verurteilung gedrängt. Das Land müsse derartige "Provokationen" unterlassen und an den Verhandlungstisch zurückkehren, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig.

Sein französischer Kollege Gérard Araud fügte hinzu, die Aktion sei eine "offenkundige Verletzung" von UN-Resolutionen. Der Sicherheitsrat müsse daher reagieren. Dass der Raketentest fehlschlug, sei belanglos, so die Diplomaten.

USA stoppen Nahrungsmittelhilfe

Die nordkoreanische Führung hatte zuvor ungewöhnlich offen eingestanden, dass die Rakete kurz nach dem Start zerbrochen und ins Meer gestürzt war. Nach offizieller Darstellung sollte sie einen Wettersatelliten ins All bringen. Allgemein wurde aber vermutet, dass eine Langstreckenrakete getestet werden sollte, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden und die Westküste der USA erreichen könnte.

Die US-Regierung erklärte, sie werde ihre Lieferung von Nahrungsmittelhilfen unter den gegebenen Umständen nicht wieder aufnehmen. Die Lieferungen waren schon Ende März eingestellt worden, als die Regierung in Pjöngjang den Raketenstart angekündigt hatte.

Neuer Führer blamiert sich

Das stalinistische Regime hat zwar eine gewaltige Armee, ist aber nicht in der Lage, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Im Februar hatten die USA 240.000 Tonnen Lebensmitteln in Aussicht gestellt. Im Gegenzug sollte Pjöngjang keine Langstreckenraketen mehr testen, keine Atomtests mehr vornehmen und kein Uran mehr anreichern.

Eigentlich sollte der Raketenflug zu einem der Höhepunkte werden, bei den laufenden Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung. Das Vorhaben entwickelte sich aber zum Flopp und einer gewaltigen Blamage für seinen Enkel, den neuen Machthaber Kim Jong Un, der erst vor wenigen Tagen zum Ersten Sekretär der Arbeiterpartei und noch am Freitag zum Vorsitzenden der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission ernannt worden war.

uh/qu (dpa,afp,rtr)

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