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Aktuell Kultur

Weltkriegstagebücher online

Die Tagebücher des britischen Dichters und Erzählers Siegfried Sassoon sind seit diesem Freitag online. Sie wurden von der Universitätsbibliothek Cambridge digitalisiert.

2009 hatte die Universität Cambridge die Tagebücher aus dem Nachlass von George Sassoon, dem einzigen Nachkommen des Dichters, erworben. 4100 handgeschriebene Seiten wurden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf manchen der digitalisierten Seiten sind Spuren von Kerzenwachs und Schlamm aus den Schützengräben zu erkennen. Sassoons Aufzeichnungen geben nach Angaben der Universität einen "einmaligen Einblick" in die Erfahrungen des Offiziers, der sich später gegen den Krieg wandte.

Sassoon galt als führender Vertreter der sogenannten Gruppe der Gentleman-Soldiers im Ersten Weltkrieg. Bei Kriegsausbruch sei er wie viele seiner Zeitgenossen ein "begeisterter und ambitionierter Soldat" gewesen, doch ab 1917 wendete sich das Blatt, und seine Wut gegen die Sinnlosigkeit des Krieges führte zu einem düsteren Tonfall in seinen Schriften.

Aktueller denn je

Zu sehen ist auch ein Entwurf von Sassoons Manifest gegen den Krieg, die "Soldier's Declaration". Noch 1916 hatte Sassoon für seinen Mut auf dem Schlachtfeld eine hohe militärische Auszeichnung erhalten.

Sassoon, der aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammte, starb 1967 in Südwestengland. Nicht nur seine Kriegstagebücher aus dem Ersten Weltkrieg, auch seine Nachkriegseintragungen und Schriften zum Palästina-Konflikt Anfang der 1930er Jahre sind heute aktueller denn je.

pj/pg (dpa/Universität Cambridge)

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