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Späte Folgen

Weltkriegsbombe: Größte Evakuierungsaktion Griechenlands

In vielen deutschen Städten gehört dies oft schon zur Routine: Im griechischen Thessaloniki müssen jetzt 75.000 Menschen wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe in Sicherheit gebracht werden.

Griechenland Evakuierung in Thessaloniki (picture alliance/Nur Photo/G. Siamidis)

Militär sichert die Fundstelle

Mit Flugblättern und Plakaten werden die Einwohner der zweitgrößten griechischen Stadt gewarnt, etwa 75.000 von ihnen werden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen: Nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Thessaloniki die größte derartige Evakuierungsaktion in der Geschichte des Landes angelaufen.

Als erstes sollten mehr als 300 ältere und kranke Menschen in Sicherheit gebracht werden. Dafür wurden 20 Krankenwagen bereitgestellt. Bis Sonntagmorgen müssen dann alle Menschen im Umkreis von fast zwei Kilometern um den Fundort der Bombe ihre Wohnungen verlassen und Schulen, Sporthallen oder Kulturzentren aufsuchen. Auch ein Flüchtlingslager mit 450 Migranten wird geräumt.

Griechenland Evakuierung in Thessaloniki (Reuters/A. Avramidis)

Neue Situation für die griechische Armee: Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg in dicht besiedeltem Stadtgebiet

Es habe in Griechenland noch nie eine so große Evakuierungsaktion gegeben, sagte der Gouverneur Apostolos Tzitzikostas. Es sei aber auch noch nie eine Fliegerbombe in einem so dicht besiedelten Gebiet gefunden worden. Die Bombe mit fast 250 Kilogramm Sprengstoff war bei Bauarbeiten in der Nähe einer Tankstelle der Hafenstadt entdeckt worden.

Ziel vermutlich die deutschen Besatzer 

Während ein Armeesprecher mutmaßte, es könne sich um eine Bombe der deutschen Luftwaffe oder der Alliierten handeln, war sich ein Anwohner sicher: Der 86-jährige Gioros Gerasimou sagte, sie stamme von einem Bombardement vom 17. September 1944 und damit von englischen oder amerikanischen Flugzeugen. Ziel seien Bahnverbindungen der Nazi-Besatzung gewesen.   

Die Behörden gehen davon aus, dass die Bombenentschärfung binnen acht Stunden gelingen dürfte. Ein Armeeverantwortlicher merkte jedoch auch an, dass eine solche Operation sowie der Abtransport auf ein Militärgelände bis zu zwei Tage dauern könne. "Wir wissen nicht, was uns erwartet", so Generalstabssprecher Nikos Phanios.

Von der Evakuierung sind drei Stadtviertel rund fünf Kilometer westlich der Innenstadt von Thessaloniki betroffen. Tausend Polizisten und 300 Freiwillige sollen die Aktion unterstützen. Der Zug- und Busverkehr in der nordgriechischen Metropole wird zwischenzeitlich unterbrochen.

SC/mak (afp, APE)