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Kultur

Weltgemeinschaft einigt sich auf Hilfsfond zum Schutz von Weltkulturerbestätten

Viele Weltkulturerbestätten sind durch anhaltende Konflikte oder mutwillige Zerstörung durch Terrorgruppen gefährdet. Die UNESCO-Mitgliedsstaaten fassten nun Beschlüsse, um diese Denkmäler besser schützen.

Schwer zu ertragen waren die Bilder, als 2001 die Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan in die Luft sprengten. Und auch an die wüste Zerstörung der syrischen Oasenstadt Palmyra durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" im vergangenen Jahr will man kaum zurückdenken. "Niemals in der jüngsten Geschichte wurde das Erbe der Menschheit dermaßen zerstört wie derzeit im Irak und in Syrien", sagt Irina Bokowa, Generaldirektorin der UNESCO. Aus diesem Grund hatte die internationale Organisation die Schirmherrschaft der ersten Konferenz zum Schutz bedrohter Welterbestätten übernommen, die heute in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgreich zu Ende ging.  

Hilfsfonds und Asyl für gefährdetes Kulturerbe

Zum Auftakt prangerte Bokowa die "Kriegsverbrechen" und "kulturellen Säuberungen" durch Terrororganisationen wie dem "Islamischen Staat" an, der mutwillig Welterbestätten zerstört. Um weitere Zerstörungen aufzuhalten, kamen am Freitag und Samstag Vertreter aus über 40 Ländern in Abu Dhabi zu einer "weltweiten Initiative" zusammen, so Gastgeber Mohammed Chalifa al-Mubarak, Chef der Kultur- und Tourismusbehörde von Abu Dhabi. 

Dort einigte man sich sowohl auf die Einrichtung eines Millionenfonds, als auch darauf, bedrohte Kulturgüter zeitweise aus Krisenregionen herauszuholen und an sicheren Orten unterzubringen. 

Frankreich möchte 30 Millionen Dollar (etwa 28 Millionen Euro) für den Hilfsfonds bereitstellen, der insgesamt rund 100 Millionen Dollar betragen soll. 

Leptis Magna, Basilika, Mittelschiff Libyen (picture alliance/dpa/M. Babey)

Durch steten Konflikt gefährdet: Ausgrabunsstätte Leptis Magna in Libyen

"Schutz von Menschenleben und Weltkulturerbe gehört zusammen"

Auf der Liste der gefährdeten Stätten der UNESCO sind derzeit 55 Denkmäler verzeichnet. Durch die vielen weltweiten Konfliktherde und insbesondere mutwilligen Zerstörungen durch Terrororganisationen waren in den vergangenen Jahren vermehrt jahrhundertealte Kulturdenkmäler in Afghanistan, Irak, Syrien und Mali hinzugekommen. Erst im Juli diesen Jahres hatte das UNESCO-Komitee acht weitere Stätten auf die rote Liste gesetzt, darunter die Altstädte von Djenné in Mali, das historische Zentrum von Shakhrisyabz in Usbekistan und alle fünf Welterbestätten in Libyen

UNESCO-Generaldirektorin Bokowa betonte, dass angesichts der wachsenden Bedrohungen die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten müsse. Der Schutz von Weltkulturerbe und der Schutz von Menschenleben gehörten zusammen.

nw/ bb (afp/UNESCO)

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