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Aktuell Afrika

Weltgemeinschaft blickt mit Sorge auf den Sudan-Konflikt

Weltweit wächst die Furcht vor einem neuen Krieg im Nordosten Afrikas. Der ungelöste Konflikt zwischen Sudan und dem abgespaltenen Südsudan eskaliert in schweren Gefechten. UN und EU rufen beide Seiten zur Mäßigung auf.

Ein Ölfeld vor der südsudanesischen Stadt Bentiu (Foto: dapd)

Ein Ölfeld vor der südsudanesischen Stadt Bentiu

Der Weltsicherheitsrat in New York hat den Südsudan aufgefordert, seine Truppen von den eroberten Ölfeldern Heglig zurückzuziehen. Auch die USA und die Afrikanische Union forderten den Südsudan zum Rückzug auf. Menschenrechtler appellierten an die Europäische Union, in dem sudanesischen Konflikt zu vermitteln. Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, rief beide Staaten dazu auf, die territoriale Integrität zu achten. Die Luftangriffe des Sudan auf Ziele im Süden sowie der Einmarsch südsudanesischer Truppen in die ölreiche Grenzregion Heglig seien "völlig inakzeptabel", sagte Ashton in Brüssel.

"Frieden und Dialog sind die einzige Option"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon riet in einem Telefonat mit dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir dringend zu einem Treffen mit Sudans Staatschef Omar al-Baschir. Frieden und Dialog seien die einzige Option für beide Länder. Ein für Anfang April geplantes Gipfeltreffen der beiden sudanesischen Staatschefs war wegen des Konflikts abgesagt worden.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert mehr Engagement der EU: "Nur internationale Vermittler können verhindern, dass sich die beiden verfeindeten Staaten jetzt offiziell den Krieg erklären", sagte der Afrikareferent der Organisation, Ulrich Delius. Beide Länder hätten ihre Armeen hochgerüstet. Der Sudan habe bereits eine Generalmobilmachung angeordnet.

Der Kampf ums Öl eskaliert

Die Kämpfe um die Ölfelder von Heglig hatten vor etwa zwei Wochen begonnen. Sie gehören zu den schwersten, seit der Süden am 9. Juli 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg unabhängig wurde. Auslöser des Heglig-Konflikts ist der bis heute ungelöste Grenzverlauf, vor allem aber der Streit um die Aufteilung der Erdöl-Einnahmen. Die meisten Vorkommen befinden sich im Süden, während die Pipelines dem Norden gehören.

Der Südsudan wirft dem Sudan vor, die Stadt Bentiu im südsudanesischen Bundesstaat Unity bombardiert zu haben. Der südsudanesische Vize-Informationsminister Atem Yaak Atem sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, eine strategische Brücke sei Ziel der Angriffe gewesen. Verletzt wurde aber niemand. Vize-Minister Atem warf dem Sudan vor, "Vorwände für einen Krieg zu suchen". Das Land habe die Unabhängigkeit des Südens im vergangenen Juli nie gebilligt, sagte er.

rb/uh (afp, dpa, epd, kna)

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