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Gewalt gegen Rohingyas

Welternährungsprogramm stellt Hilfen im Westen Myanmars ein

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) reagiert auf die Gewalt im Bundesstaat Rakhine - und liefert vorerst keine Nahrungsmittel mehr in die Region. Inzwischen sind knapp 60.000 Rohingyas nach Bangladesch geflohen.

Bildergalerie Myanmar Rohingya Flüchtlinge flüchten nach Bangladesch (Reuters/M. Ponir Hossain)

Mit nichts als dem Nötigsten unterwegs: Wegen der eskalierenden Gewalt sind Tausende Rohingyas auf der Flucht

Das Welternährungsprogramm ist eine von mehreren Hilfsorganisationen, denen die Regierung in Myanmar Komplizenschaft mit der muslimischen Minderheit der Rohingyas vorwirft. So seien Kekse aus dem WFP in einem mutmaßlichen Trainingslager der militanten Gruppe "Arakan Rohingya Salvation Army" (ARSA) gefunden worden. Der US-Botschafter in Myanmar, Scott Marciel, wies den Verdacht als "absurd" zurück.

Der Konflikt im umkämpten Bundesstaat Rakhine hatte vor einer Woche eine neue Eskalationsstufe erreicht, nachdem Rohingya-Rebellen Polizei- und Militär-Posten angegriffen hatten. Regierungsberichten zufolge wurden 2600 Häuser in der überwiegend von Rohingyas bewohnten Region niedergebrannt. In Regierungskreisen wird die ARSA für die Brandanschläge verantwortlich gemacht. Diese wies den Vorwurf zurück und sprach ihrerseits von einer Kampagne mit Morden und Brandschatzungen der Armee, um die Rohingyas aus Myanmar zu vertreiben.

Guterres warnt vor "humanitärer Katastrophe"

Obwohl viele Rohingyas schon seit Generationen in dem südostasiatischen Land leben, betrachten sie weite Teile der buddhistischen Mehrheit als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch. Nach UN-Angaben sind seit Beginn des Konflikts rund 58.600 Rohingya in das westliche Nachbarland geflohen. 11.700 seien demnach aus Rakhine weggebracht worden. Wie die Armee Myanmars am Freitag mitteilte, wurden bei den jüngsten Auseinandersetzungen knapp 400 Menschen getötet, darunter 370 Rohingya-Rebellen.

Nach eigenen Angaben stimmt sich das Welternährungsprogramm derzeit mit den Behörden ab, um die Nahrungsmittelhilfen im Westen des Landes "so schnell wie möglich" wieder aufzunehmen. Mehrere UN-Hilfsorganisationen haben vor einer Hungersnot in Folge der Einstellungen von Hilfsprogrammen gewarnt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach am Freitag von einer drohenden "humanitären Katastrophe" und rief Myanmars Regierung auf, Hilfsorganisationen mit Sicherheitskräften zu unterstützen, damit diese die betroffenen Gebiete erreichen könnten.

hk/jj (dpa, rtr, afp)