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Kultur

Welterbe-Schutz für 28 besondere Stätten

Die UNESCO hat auf ihrer 34. Jahrestagung in Brasilien die Welterbeliste erweitert. Damit sind neben der Oberharzer Wasserwirtschaft auch die Grachten in Amsterdam und der Bischofspalast von Albi besonders geschützt.

Gracht mit Boot in Amsterdam (Foto: dpa)

Auch das Kanal- und Grachtensystem zählt jetzt zum Weltkulturerbe

911 – das ist die aktuelle Zahl der von der UN-Kulturorganisation anerkannten und besonders geschützten Welterbestätten. Und hinter der Zahl 911 verbirgt sich eine große, beeindruckende Vielfalt von Naturdenkmälern und kulturellen Stätten.

Bei ihrer Tagung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia, die am Dienstag (03.08.2010) endet, gab die UNESCO bekannt, welche Stätten und Landschaften es in diesem Jahr noch auf die Welterbeliste geschafft haben. Nämlich Kulturstätten und Landschaften in Europa, in Mittelamerika, China, im Pazifik und weite Teile der Insel Réunion.

Russische Naturlandschaft kommt dazu

Zuletzt teilte die UN-Organisation mit, dass nun auch das russische Putorana zum Welterbe gehört. Die in Sibirien gelegene Naturlandschaft beheimatet eine Vielzahl arktischer und subarktischer Ökosysteme.

Die in der Schweiz gelegene Naturerbestätte Monte San Giorgio wurde zudem um den italienischen Teil des Berges im Süden des Luganosees erweitert. Der Monte San Giorgio steht bereits seit 2003 auf der Welterbeliste.

Felskunst, Schloss und Hochgebirge

Felsmalereien in Spanien, das Schloss Eggenberg in Österreich und eine rumänische Klosterkirche gehören künftig zum Weltkulturerbe. Zudem wurde das Naturerbe Pirin Nationalpark in Bulgarien um hohe Gebirgszüge erweitert.

Eine weitere Kulturstätte ist die sogenannte Silberstraße, die von Mexiko-Stadt bis in die Vereinigten Staaten führt. Ebenfalls in Mexiko befinden sich die in der Steinzeit bewohnten Höhlen von Yagul und Mitla. In dem Höhlensystem wurden unter anderem 10.000 Jahre alte Samen gefunden, die den bislang ältesten Hinweis auf den Anbau von Nutzpflanzen in Amerika darstellen.

Wegen seiner Regenwälder, Vulkane und Felsformationen wurden auch Teile des Nationalparks auf der zu Frankreich gehörenden Insel Réunion im Indischen Ozean zum Welterbe erklärt. Das Gebiet mache rund 40 Prozent der Gesamtfläche der Insel aus, teilte die UNESCO mit.

Wassersysteme stehen unter Schutz

Ein Teich mit Striegelhaus (Foto: dpa)

Im Oberharz befindet sich seit 800 Jahren diese Wasseranlage.

In den Niederlanden gibt es ebenfalls eine schützenswerte neue kulturelle Anlage: Das umfangreiche, ringförmige Grachten- und Kanalsystem rund um den historischen Stadtkern wurde in die Liste aufgenommen. Gebaut wurde die Singelgracht Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts.

Aus deutscher Sicht ist die Aufnahme des "Harzer Wasserregals" besonders erfreulich. Denn mit dem historischen Wassersystem im Oberharz, das im Mittelalter angelegt worden ist, verfügt Deutschland nun über 33 solcher Weltkultur- und Naturerbestätten. Unter anderen zählen der Kölner Dom, die Altstädte von Wismar und Stralsund und das Wattenmeer dazu.

Abwägung am Mittelrhein

Auch das Obere Mittelrheintal mit der Loreley gilt als Weltkulturerbe. Die UNESCO musste allerdings bei ihrer Tagung in Brasilia darüber entscheiden, ob die geplante Brücke nahe der Loreley mit dem Welterbestatus vereinbar ist. Das Projekt wurde abgesegnet und die Region kann trotz dieser einschneidenden Baumaßnahme weiter auf der Liste bleiben.

Kathedrale im Bischofsviertel von Albi (Foto: Will Pryce Thames and Hudson)

Die Kathedrale von Albi ist jetzt Weltkulturerbe

Weitere neue Mitglieder in der Riege der Welterbe-Titelträger sind unter anderem der Bischofspalast in der südfranzösischen Stadt Albi, der historische Basar-Komplex in der iranischen Stadt Tabris und insgesamt elf Sträflingslager an der australischen Küste, in denen die britische Kolonialmacht im 18. und 19. Jahrhundert Strafgefangene unterbrachte. Als Nummer 900 wurde eine vietnamesische Zitadelle in die Liste eingetragen. Sie wurde im 11. Jahrhundert in der heutigen Hauptstadt Hanoi gebaut. Damals herrschte die Lý-Dynastie und die Stadt hieß „Thăng Long“ („Aufsteigender Drache“).

Tourismus in den Everglades (Foto: dpa)

Auf der Roten Liste stehen die Everglades in Florida

Everglades auf Roter Liste

Der US-Nationalpark Everglades sowie Madagaskars Regenwald Atsinanana wurden unterdessen auf die Liste gefährdeter Welterbestätten gesetzt. Im Everglades-Park im US-Bundesstaat Florida sei der Wasserzufluss verringert worden, während die Verschmutzung des artenreichen Sumpfgebietes zugenommen habe, begründete das Welterbekomitee die Entscheidung. Im Regenwald Atsinanana hätten das illegale Abholzen von Bäumen sowie die unerlaubte Jagd zugenommen.

Autorin: Marion Linnenbrink (dpa, ap)
Redaktion: Reinhard Kleber

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