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Politik

Weltbank schlägt Aktionsplan für Afrika vor

Die Entwicklung Afrikas fällt weiter hinter alle anderen Weltregionen zurück. Weltbank-Chef Wolfowitz legt nun seinen angekündigten Aktionsplan für Afrika vor. Vorrangiges Ziel: Wachstum.

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Der Weltbank-Chef setzt die Agenda

Paul Wolfowitz, seit Anfang Juni Präsident der Weltbank, hat den Kampf gegen die Armut in Afrika zu seiner wichtigsten Aufgabe erklärt. Die Not in Afrika sei größer als in jeder anderen Weltregion. Während andere Teile der Dritten Welt beträchtliche Fortschritte erzielt hätten, sei Afrika zurück gefallen, erklärte Wolfowitz in Washington.

Persönlicher Eindruck

Der Weltbankpräsident hat sich gleich nach Amtsantritt bei einem Besuch in Nigeria und Südafrika sowie in Ruanda und Burkina Faso einen persönlichen Eindruck von der Not auf dem Kontinent verschafft und dann von seinem Stab einen Aktionsplan für Afrika ausarbeiten lassen. Den will er am Wochenende (24./25.9.2005) auf der Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds den Ministern im Entwicklungsausschuss vorlegen.

Weltbank

Weltbank, Washington.

Mit der Förderung von mehr als 300 Projekten und Finanzzusagen von 16,6 Milliarden Dollar ist die Weltbank der größte Geber von Entwicklungshilfe in Afrika. Wolfowitz will mit dem Aktionsplan die Finanzzusagen, vor allem aber die Beratung in Afrika verstärken. Denn auch in Afrika ist nach den Worten von Wolfowitz Fortschritt möglich; in einer Reihe von Ländern sei es gelungen, die Wirtschaft auf einen Wachstumspfad zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Masse der Bevölkerung am wirtschaftlichen Aufschwung teilnimmt.

Die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist für den neuen Weltbankpräsidenten ein wichtiger Teil der Lösung im Kampf gegen die Armut. Nötig ist für Wolfowitz eine große Anstrengung der internationalen Gemeinschaft; die Weltbank ist nach seinen Worten bereit, im Rahmen der Initiative eine Führungsaufgabe zu übernehmen.

"Kontinent der Hoffnung"

In dem Aktionsplan soll es um Regierungsführung und das Wirtschaftswachstum, die Rolle des privaten Sektors bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verringerung der Armut gehen, um freien Zugang zu Grundbildung, um die Finanzierung der Infrastruktur, um die Bekämpfung von Seuchen wie HIV/Aids und Malaria. "Es geht aber auch darum, mehr zu tun für Frauen, die in der Entwicklung eine außerordentlich wichtige Rolle spielen - was oft von den Planern von Entwicklungszusammenarbeit vernachlässigt wird", sagte Wolfowitz. "Ich habe im Juni Afrika besucht und bin besorgt angesichts der Herausforderungen. Aber ich glaube, dass für Afrika eine neue Ära anbrechen kann. Afrika kann ein Kontinent der Hoffnung werden."

Die Weltbank will Afrika bei der Umsetzung einer entschlossenen Politik für ein beschleunigtes Wachstum helfen, wobei es auch darum geht, dass die Armen an diesem Wirtschaftswachstum teilhaben. Nach Feststellung der Weltbank zählen Länder wie Ghana, Senegal, Mosambik und Burkina Faso zu den prosperierenden Ländern. Auch in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan und in Äthiopien zeichne sich eine positive Entwicklung ab. Nun gehe es darum, mit dem Aktionsplan ein allgemeines Wirtschaftswachstum zu erreichen, von dem sowohl die armen als auch die besser gestellten Staaten des Kontinents profitieren.

Voraussetzung: Wachstum

Im Rahmen des Aktionsplans will die Weltbank ihre Kredite für Infrastrukturprojekte wie Straßenbau, Energie- und Wasserversorgung von derzeit 1,8 Milliarden Dollar auf drei Milliarden Dollar steigern. Das soll aber nur ein erster Schritt sein. Eine deutliche Verringerung der Armut setzt nach Meinung der Ökonomen eine Zunahme des afrikanischen Wirtschaftswachstums von 5,1 Prozent im vergangenen Jahr auf sieben Prozent voraus. Um das zu erreichen, müssten jedes Jahr 17 Milliarden Dollar in die Infrastruktur investiert werden. Außerdem sei es mit Infrastrukturprojekten allein nicht getan, vielmehr müsse die Situation der Menschen durch Bildung, Gesundheitsdienste und Ernährungssicherheit verbessert werden.

Unabdingbar ist nach Wolfowitz, dass die afrikanischen Regierungen entschlossener gegen die grassierende Korruption vorgehen, wobei klar sei, dass bei der Korruption nicht nur eine Person kassiere, sondern auch eine andere schmiere – und die komme oft aus einem Industrieland.

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